Wann haben Sie erfahren, dass es geklappt hat?
Innerhalb des SFV wird das relativ offen kommuniziert. Seit Mai wusste ich, dass ich nominiert bin. Danach hiess es warten, hoffen. Der definitive Entscheid kam per Telefon: Sascha Amhof hat mir die Nachricht überbracht. Und das Verrückte war – am selben Tag erhielt ich auch die Bestätigung, dass ich die Referee Academy bestanden habe und nun 1.-Liga-Classic pfeifen darf. Das Telefon kam, als ich bereits auf dem Weg ins Bett war. Ein völlig irrer Tag.
Kurz danach wurden Sie auch noch zur Schiedsrichterin des Jahres des Ostschweizer Fussballverbandes gewählt. Emotional ein bisschen viel auf einmal?
Definitiv. Es war ein extrem turbulentes Jahr – aber auf die schönste Art. Ankommen in der 1. Liga, diese Auszeichnung und dann die FIFA-Ernennung. Das alles muss ich erst noch richtig verarbeiten.
Sie sind seit rund zehn Jahren Schiedsrichterin. Welche Highlights stechen rückblickend besonders heraus?
Ganz klar die drei intensiven Jahre in der Schiedsrichter-Academy. Die muss man bestehen, um in der 1. Liga Classic pfeifen zu dürfen. Pro Region wird nur eine Person pro Jahr entsandt – das allein zeigt, wie speziell das ist. Ein weiteres Highlight war mein Einsatz als Assistentin in der Women's Champions League zwischen Breidablik und Real Madrid. Dazu kamen internationale Spiele als vierte Offizielle, zuletzt etwa in der Women's Europa League – Achtelfinal, Inter Mailand. Und dann dieses Testspiel Polen gegen Niederlande: ein riesiges Stadion, eine unglaubliche Kulisse. Als wir als Schiedsrichterteam den Rasen betraten, waren wir schlicht sprachlos. Es galt, den Fokus dann rasch wieder aufs Spiel zu legen. Was uns gelungen ist (lacht).