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Rapperswil-Jona
15.02.2026
15.02.2026 21:39 Uhr

Segen für die Liebe

Pfarrer Andreas Schönenberger trägt etwas gut riechendes Öl auf die Hand einer Messebesucherin am Valentins-Gottesdienst in der Kirche Maria Himmelfahrt in Jona.
Pfarrer Andreas Schönenberger trägt etwas gut riechendes Öl auf die Hand einer Messebesucherin am Valentins-Gottesdienst in der Kirche Maria Himmelfahrt in Jona. Bild: Markus Arnitz
Ein Gottesdienst ohne Masken: In Jona feierten Liebende am Valentinstag ihre Beziehung – mit Musik, ehrlichen Worten und einem Segen ohne Bedingungen.

Mitten im Fasnachts-Wochenende lud die Katholische Kirche in Rapperswil-Jona zu einem besonderen Valentins-Gottesdienst in die Kirche Maria Himmelfahrt in Jona. Esther Rüthemann begrüsste die Anwesenden und traf den Ton des Abends: In diesen Tagen zeige man sich oft mit Masken, schlüpfe in Rollen, spiele, lache, verstecke sich vielleicht auch ein wenig. «Dieser Gottesdienst möchte einen kleinen Gegenraum öffnen», sagte sie. Einen Ort, an dem niemand etwas darstellen müsse.

Das Thema «Du frogsch mi, wer i bi» klang dabei wie eine leise Einladung. Gerade Menschen, die seit vielen Jahren gemeinsam unterwegs sind, glaubten manchmal, einander ganz genau zu kennen. Und doch bleibe da immer wieder die Frage: Wer bist du – heute?

Segen ohne Bedingungen

Diakon Robert Schätzle stellte in seiner Einführung den Segen ins Zentrum. «Wir feiern diesen Gottesdienst für Paare in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen», sagte er. Der Segen gelte allen, die gekommen seien, ohne Erwartungen, ohne Bedingungen. Gott sehe die Menschen nicht prüfend, sondern liebevoll. Und vielleicht dürfe man aus diesem Blick heraus auch einander neu ansehen. Es waren Worte, die nicht belehrten, sondern berührten. Worte, die Raum liessen für das Eigene. Für Freude, Zweifel, Gewohnheit und Neubeginn.

  • Der Valentins-Gottesdienst in der Kirche Maria Himmelfahrt in Jona war sehr gut besucht. Bild: Markus Arnitz
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  • Impressionen vom Valentins-Gottesdienst in der Kirche Maria Himmelfahrt in Jona. Bild: Markus Arnitz
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  • Esther Rüthemann, Pfarreibeauftragte Maria Himmelfahrt Jona. Bild: Markus Arnitz
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  • Robert Schätzle, Diakon / Pfarreibeauftragter St. Franziskus Kempraten. Bild: Markus Arnitz
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  • v.l. Pfarreibeauftragte Esther Rüthemann; Pfarrer Andreas Schönenberger; Diakon Robert Schätzle; Seelsorger Niklaus Popp. Bild: Markus Arnitz
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  • Niklaus Popp, Seelsorger. Bild: Markus Arnitz
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  • Robert Schätzle erteilt einem Paar den Valentins-Segen. Bild: Markus Arnitz
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  • Niklaus Popp beim segnen eines Paares am Valentins-Gottesdienst. Bild: Markus Arnitz
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  • Berührend: Pfarrer Andreas Schönenberger beim erteilen des Valentins-Segens. Bild: Markus Arnitz
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  • Esther Rüthemann, Umarmung der Paare beim Valentins-Segen. Bild: Markus Arnitz
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  • Am Altar waren die Jubiläumspaare eingeladen, einander persönlich ihre Liebe zu bekunden. Bild: Markus Arnitz
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  • Impressionen vom Valentins-Gottesdienst in der Kirche Maria Himmelfahrt in Jona. Bild: Markus Arnitz
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  • Pfarrer Andreas Schönenberger spendet den Segen. Bild: Markus Arnitz
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Jahrzehnte des Miteinanders

Ein Blick in die Reihen zeigte Erstaunliches: Viele der anwesenden Paare waren seit 30, 40 oder gar 50 Jahren zusammen. Valentinstag als Event für frisch Verliebte? In Jona nicht nur. Hier sass Lebensgeschichte nebeneinander in den Bänken. Jung Verliebte, Ehepaare, Einzelpersonen, Menschen, die sich der Kunst des Liebens verschrieben haben.

Klang wie im Konzertsaal

Für einen Moment wähnte man sich weniger in einer Pfarrkirche als in einem Konzertsaal oder gar in einer Kathedrale. Der Teamchor Jona setzte dem Gottesdienst eine musikalische Krone auf. Schon beim Einzug mit «The Rose» von Ola Gjeilo legten sich die lupenreinen Stimmen wie ein warmer Klangteppich über den Raum. Klar, getragen, mit einer Intensität, die unter die Haut ging.

Auch in der Messe selbst verlieh der Chor den liturgischen Texten eine feine, fast schwebende Tiefe. Nichts wirkte aufgesetzt, alles war sorgfältig abgestimmt und doch voller Gefühl. Und als zum Auszug «Why we sing» erklang, wurde deutlich, warum Musik an solchen Abenden mehr ist als schmückendes Beiwerk. Sie verbindet. Sie trägt. Sie öffnet Herzen. Man durfte an diesem Valentinsabend nicht nur Liebe feiern, man konnte sie hören.

  • Selbst kleine Details hatten ihren Platz. Bild: Markus Arnitz
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  • Der Valentins-Gottesdienst war ein stimmungsvoller Abend. Bild: Markus Arnitz
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  • Blick vom Orchester in die herzlich geschmückten Kirche. Bild: Markus Arnitz
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  • Der Teamchor wurde mit Applaus überschüttet. Bild: Markus Arnitz
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  • Teamchor Jona. Bild: Markus Arnitz
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  • Teamchor Jona. Bild: Markus Arnitz
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  • Solistin im Teamchor Jona. Bild: Markus Arnitz
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  • Diakon Robert Schätzle mit «Fans». Bild: Markus Arnitz
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  • Gemeinsames Beisammensein beim Apéro nach dem Gottesdienst. Bild: Markus Arnitz
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  • Freude am Jubiläum. Bild: Markus Arnitz
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Liebe braucht Aufmerksamkeit

Im Anschluss traf man sich im Kirchgemeindehaus Jona zum Apéro und gemütlichem Beisammensein. Gespräche entstanden, es wurde gelacht, vielleicht auch ein wenig nachgedacht. Was bleibt von so einem Abend? Vielleicht die Erkenntnis, dass Liebe nicht selbstverständlich ist. Dass sie Aufmerksamkeit braucht und manchmal auch einen bewussten Moment, um sich neu anzusehen. Oder, um es mit dem Titel des Abends zu sagen: die Bereitschaft, immer wieder zu fragen: wer bist du? Und wer bin ich – für dich.

Markus Arnitz
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