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Gast-Kommentar
Kolumne
08.02.2026
10.02.2026 19:05 Uhr

Dr. Gut: «SRG braucht nicht 1,5 Milliarden pro Jahr»

Dr. Gut: «Die SRG jammert, sie könne bei einer Annahme der Volksinitiative ihren Auftrag nicht mehr erfüllen. Nicht einmal SRG-Generaldirektorin Susanne Wille glaubt das.»
Dr. Gut: «Die SRG jammert, sie könne bei einer Annahme der Volksinitiative ihren Auftrag nicht mehr erfüllen. Nicht einmal SRG-Generaldirektorin Susanne Wille glaubt das.» Bild: Linth24/Archiv/Collage: Linth24
200 Franken Gebühren plus Unsummen von Unternehmen plus Hunderttausende aus der Werbung sind mehr als genug.
  • Kolumne von Dr. Philipp Gut

Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) jammert. Bei einer Annahme der Volksinitiative «200 Franken sind genug!» könne sie ihren Auftrag nicht mehr erfüllen.
Wer glaubt das? Nicht einmal SRG-Generaldirektorin Susanne Wille. Hinter verschlossener Tür sagt sie das Gegenteil.

Gebühren-Weltrekord

Die SRG schwimmt im Geld. Sie verfügt über ein Jahresbudget von rund 1,5 Milliarden Franken. Dabei profitiert sie von einem Zwangsgebührensystem, das ihr die weltweit mit Abstand höchsten Einnahmen pro Kopf garantiert.
Jeder Haushalt, ob er die SRG konsumiert oder nicht, muss 335 Franken zahlen. Jahr für Jahr.

Unersättliche Gier

Hinzu kommt: Auch die Unternehmen müssen Gebühren zahlen, obwohl bereits die Bürger zahlen. Und als ob eine Firma Fernsehen schauen könnte.
Auch hier sind die Beträge horrend: bis zu 50'000 Franken.
Doch damit ist die Gier der SRG noch nicht gestillt. Gleichzeitig bedient sie sich am Werbekuchen und schnappt den Privaten Hunderttausende Franken weg.  

Vielfältige Medienlandschaft

Dass ein einzelnes Medium gegenüber allen anderen derart einseitig bevorzugt wird, ist unter keinem Titel zu rechtfertigen.
Es widerspricht einem fairen Wettbewerb. Es widerspricht der liberalen Ordnung. Es widerspricht einer vielfältigen, unabhängigen Medienlandschaft.

Schweizervolk will unabhängige Medien

Als das Schweizervolk im Februar 2022 nein sagte zu mehr Subventionen für private Medien, stützte es sich auf zwei Kernargumente:

  1. Die Medien sollten unabhängig sein vom Staat.
  2. Die reichen Verleger sollten nicht noch mehr Geld bekommen («Keine Steuermilliarden für Medienmillionäre»).

Cervelat-Promis und Blödsinn

Heutzutage braucht es kein Quasi-Staatsfernsehen, das sich aus einer faktischen Steuer finanziert, angesichts der Vielfalt privater Angebote erst recht nicht mehr.
Ist es Service public, wenn Schweizer Cervelat-Promis an einer «Shaolin Challenge» für einen seichten Unterhaltungsklamauk in ein Kloster nach Südkorea geflogen werden?
Nein, natürlich nicht. Für solchen Blödsinn kann man die Gebühren getrost sparen.

Märchen vom «nationalen Zusammenhalt»

Die Befürworter von Zwangsgebühren argumentieren, ohne die SRG gebe es keinen «nationalen Zusammenhalt» mehr. Das ist völlig überhöhter Quatsch.
Als ob die Schweiz auseinanderfallen würde ohne SRG. Und als ob es die Schweiz vor der SRG nicht gegeben hätten.

Politisch einseitig

Ein Ärgernis sind die hohen Zwangsgebühren für eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern aber auch deshalb, weil die SRG am Laufmeter ihren eigenen Auftrag verletzt, ausgewogen und neutral zu berichten.
Es ist kein Geheimnis, dass die grosse Mehrzahl der SRG-Journalisten politisch links steht und dass dies auch auf die Berichterstattung abfärbt.
Rot ist die Liebe. Rot ist die Lieblingsfarbe der SRG.

Genossen für Genossen

Wenn es dazu noch eines Beweises bedurft hätte, dann ist es die Monsterspende von 820'000 Franken, die die SP der SRG im Abstimmungskampf spendiert.
Aus Selbstlosigkeit tun das die Sozialisten natürlich nicht. Dass es, wie SP-Nationalrätin Jacqueline Badran behauptet, bei der SRG keinen einzigen linken Journalisten gebe, ist der Witz des Jahres.
Man braucht sich nur die Frage zu stellen, ob die SP auch für ein rechtes Medium 820'000 Franken aufwerfen würde?
Die Frage ist schon die Antwort.

Rückbesinnung auf Kernauftrag

Fazit: Es ist höchste Zeit, in Zeiten, wo viele den Gürtel enger schnallen müssen, die Rekordgebühren für einen Sender zu reduzieren, der im Luxus badet und sehr viel Sparpotenzial hat.
Die Reduktion der Gebühren würde der SRG nur gut tun. Dann würde sie sich auf ihren Auftrag besinnen. Und könnte sich von all dem Schrott trennen, der definitiv keinen staatstragenden Charakter hat. 200 Franken sind daher mehr als genug.

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 regelmässig eine Kolumne. Philipp Gut ist Buchautor und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Parteien, Verbände, Unternehmen und Private.

www.gut-communications.ch

Dr. Philipp Gut, Kolumnist Linth24
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