A15: Harter Kampf um Lösung
Volles Haus bei der Informationsveranstaltung «Verbindungsstrasse A15-Gaster» in der Aula des Oberstufenzentrums Haslen in Uznach. Kein Wunder, geht es doch um ein Projekt, um das seit über 10 Jahren mit harten Bandagen gerungen wird. Um alle Interessen zufriedenzustellen, müssten Kanton und Gemeinden die eierlegende Wollmilchsau präsentieren.
Weshalb eine Verbindungsstrasse?
Im Zentrum Uznach verkehren täglich bis zu 19'000 Fahrzeuge. Stau, Lärm und Luftverschmutzung beeinträchtigen die Wohn- und Aufenthaltsqualität. Auch das regionale Verkehrssystem wird behindert. Neben dem Privatverkehr sind der öffentliche Verkehr und die Blaulichtorganisationen betroffen. Zur Verbesserung der Situation plant das kantonale Tiefbauamt die regionale Verbindungsstrasse A15-Gaster.
Fünf Varianten, eine Lösung
Informiert wurde das Publikum von Marcel John, Kantonsingenieur; Manfred Huber, Projektleiter Tiefbauamt SG; Felix Brunschwiler, Präsident Region Zürichsee-Linth und Diego Forrer, Gemeindepräsident Uznach. Bei der Vorstellung bewertete das Tiefbauamt die Variante D» als Bestvariante. Sie beinhaltet eine Aufwertung des Schutzgebiets Burger-, Benkner- und Kaltbrunnerriet und geniesst die Unterstützung der Gemeinde Uznach und der Region Zürichsee-Linth. Die Projektunterlagen sind in ausführlicher Form zugänglich.
Mitwirkungsverfahren
Der Kanton lädt die Bevölkerung vom 3. April bis am 14. Mai 2023 zum Mitwirkungsverfahren ein. Vorgestellt werden alle fünf Varianten.
In der Fragerunde der Informationsveranstaltung gab es Kritik von verschiedener Seite. Vor allem die Landwirte bieten weiterhin Widerstand. Ihre Argumentation thematisiert den Landverlust durch das Bauwerk. Ein Steilpass für Felix Brunschwiler, welcher den Landwirten vorhielt, dass die Flächen, die sie beanspruchen würden, damals entwässert wurden, um sie bis jetzt für eine wenig nachhaltige, heute weitestgehend für Viehwirtschaft gewidmete Landwirtschaft zu nutzen. Es sei nicht vertretbar, die dadurch verursachte ökologische Beeinträchtigung in Kauf zu nehmen. Es gab auch Voten, das Geld lieber für den öffentlichen Verkehr auszugeben; was aber die Probleme des Individualverkehrs nicht im Geringsten lösen würde. Der Vorschlag, mit der Planung wieder von vorne zu beginnen, wurde von der Region Zürichsee-Linth vehement abgelehnt. Es könne nicht sein, dass man die jahrzehntelange Planung einfach über den Haufen werfe. Kantonsingenieur Marcel John meinte dazu: «Alle die bisher an diesem Projekt gearbeitet haben, hätten dann versagt.»