160 Jahre Männerchor Schänis
Die Gilets sassen perfekt, die grossartige Dirigentin Alma Ganz glänzte im roten Kleid, die Trachten repräsentierten Tradition und Identität und die orangen T-Shirts der Kinder waren Ausdruck von Freude und Fröhlichkeit. Aus den Reihen der jungen und alten Sängerinnen und Sänger erklangen mitreissende und berührende Lieder. Das grosse Publikum hatte erwartungsvoll auf einen Abend voller Musik und Gesang hingefiebert – und wurde nicht enttäuscht. Mehr noch: Das hohe Wiegenfest des Männerchors zeugte von Dorfzusammenhalt und Stolz, aber auch von Fleiss, Engagement und der Kraft des Gesangs über die unwahrscheinliche Zeit von 160 Jahren hinweg. Dabei stand beim Fest mitnichten die Historie im Fokus. Vielmehr wurde das Miteinander im Hier und Heute zelebriert und an neuen Kapiteln der Singfreude geschrieben – unter anderem mit der Uraufführung des Federi Liedes von Vreni Tremp.
Musikalische Blumen zum Jubiläum
Es wird in Schänis gesungen, mehrstimmig und aus vollen Kehlen. Dies war am vergangenen Samstag auf der Bühne des Mehrzwecksaals eindrücklich zu hören. Mit dem Männerchor Schänis als Jubilar boten der Jodelklub, der Trachtenchor, der Kirchenchor St.Sebastian, der Kinderchor und die Sänger des Männerchors Harmonie Mels ein würdig-fröhliches Programm, das die Ohrmuscheln erfreute. Thomas Jud fungierte als bewährter Conférencier und jeder Chor durfte mit drei Stücken sozusagen die musikalischen Blumen zum Geburtstagsfest beisteuern. Die Jungen taten es mit spriessend bunten Melodien, «d’Trachtelüüt» und die Jodlerinnen und Jodler mit heimatlichen Klängen, der Kirchenchor mit Klassik und «Rumantsch», die «Mannen aus Mels» – notabene ebenfalls dirigiert von Alma Ganz – mit Mitklatschsongs und viel Energie.
Chorgesang ist Heimat und Gemeinschaft
Last but not least wartete natürlich auch der Männerchor Schänis mit einem farbigen Streifzug durch sein Repertoire auf. Gekonnt charmant, voll im Saft und natürlich auch mit Stimme und Talent gesegnet, hatten die Sänger und die unvergleichliche Alma Ganz das Publikum restlos im Sack.
Genial waren auch die Interpretationen des Gesamtchors: Gänsehaut pur vom Schänner Lied bis zum neugeschriebenen Federi Lied. Vreni Tremp hat das berührende und ausdrucksstarke Stück getextet, die Melodie dazu gestaltet und mit Hilfe ihrer Tochter Petra geschrieben. Arrangiert wurde es von Stefan Meyer. Die gelungene Darbietung machte deutlich: Klang und Text sollen mit der Zeit gehen, die Liebe zur Heimatscholle bleibt die gleiche.
Und so durfte sich unter OK-Präsident Oski Gmür der Chorgesang als universell verbindendes Element an diesem Abend gebührend in Szene setzen. Die passenden Worte zum 160-Jahre-Jubiläum fanden die Schänner Gemeindepräsidentin Gabi Tremp, Roger Büsser, Präsident des Männerchors Schänis sowie Wisi Jung vom St. Galler Kantonal Gesangsverband. Jung war zusammen mit Max Kobler anwesend und gratulierte den Schänner Sängerkollegen zum Jubeltag und dem lebendigen und wirkungsvollen Vereinsleben.
Grill-Verpflegung, Sound und Geselligkeit auf «rotem Platz»
Nach dem offiziellen Programm zügelten die Gastgeber, Mitakteure und die Zuhörerschar auf den «roten Platz», wo openair mit Verpflegung vom Grill, Sound vom Bergland Trio, schmissigem Line Dance und viel Geselligkeit weitergefeiert wurde.
Natürlich kamen auch die Fussballfans an diesem Abend nicht zu kurz. Musik und Sport trafen sich in Rot-weiss beim integrierten WM-Public Viewing. Während dem die Tschütteler resultatmässig leider etwas alt aussahen, überzeugte der Männerchor Schänis – auch mit 160 Lenzen auf dem Buckel – mit tonaler Treffsicherheit und Vitalität. Singen hält augenscheinlich jung… oder wie es Friedrich Schiller sage würde: «Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.»