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Kultur
19.06.2026

160 Jahre Männerchor Schänis

Seit 160 Jahren Gesang aus vollen Kehlen: Männerchor Schänis.
Seit 160 Jahren Gesang aus vollen Kehlen: Männerchor Schänis. Bild: Marcel Hofstetter
Der Männerchor Schänis lud zum Geburtstagsfest aufs Mehrzweckareal und machte mit seinen «friends» das 160-Jahre-Jubiläum zur Hommage an Chorgesang, Lebensfreude und Kameradschaft.

Die Gilets sassen perfekt, die grossartige Dirigentin Alma Ganz glänzte im roten Kleid, die Trachten repräsentierten Tradition und Identität und die orangen T-Shirts der Kinder waren Ausdruck von Freude und Fröhlichkeit. Aus den Reihen der jungen und alten Sängerinnen und Sänger erklangen mitreissende und berührende Lieder. Das grosse Publikum hatte erwartungsvoll auf einen Abend voller Musik und Gesang hingefiebert – und wurde nicht enttäuscht. Mehr noch: Das hohe Wiegenfest des Männerchors zeugte von Dorfzusammenhalt und Stolz, aber auch von Fleiss, Engagement und der Kraft des Gesangs über die unwahrscheinliche Zeit von 160 Jahren hinweg. Dabei stand beim Fest mitnichten die Historie im Fokus. Vielmehr wurde das Miteinander im Hier und Heute zelebriert und an neuen Kapiteln der Singfreude geschrieben – unter anderem mit der Uraufführung des Federi Liedes von Vreni Tremp.

Befreundete Chöre unterschiedlicher Generationen feierten gesanglich mit. Bild: Marcel Hofstetter

Musikalische Blumen zum Jubiläum

Es wird in Schänis gesungen, mehrstimmig und aus vollen Kehlen. Dies war am vergangenen Samstag auf der Bühne des Mehrzwecksaals eindrücklich zu hören. Mit dem Männerchor Schänis als Jubilar boten der Jodelklub, der Trachtenchor, der Kirchenchor St.Sebastian, der Kinderchor und die Sänger des Männerchors Harmonie Mels ein würdig-fröhliches Programm, das die Ohrmuscheln erfreute. Thomas Jud fungierte als bewährter Conférencier und jeder Chor durfte mit drei Stücken sozusagen die musikalischen Blumen zum Geburtstagsfest beisteuern. Die Jungen taten es mit spriessend bunten Melodien, «d’Trachtelüüt» und die Jodlerinnen und Jodler mit heimatlichen Klängen, der Kirchenchor mit Klassik und «Rumantsch», die «Mannen aus Mels» – notabene ebenfalls dirigiert von Alma Ganz – mit Mitklatschsongs und viel Energie.

Alma Ganz, Dirigentin des Männerchors Schänis. Bild: Marcel Hofstetter

Chorgesang ist Heimat und Gemeinschaft

Last but not least wartete natürlich auch der Männerchor Schänis mit einem farbigen Streifzug durch sein Repertoire auf. Gekonnt charmant, voll im Saft und natürlich auch mit Stimme und Talent gesegnet, hatten die Sänger und die unvergleichliche Alma Ganz das Publikum restlos im Sack.

Vreni Tremp schuf mit ihrer Tochter Petra das neue Federi Lied. Bild: Marcel Hofstetter

Genial waren auch die Interpretationen des Gesamtchors: Gänsehaut pur vom Schänner Lied bis zum neugeschriebenen Federi Lied. Vreni Tremp hat das berührende und ausdrucksstarke Stück getextet, die Melodie dazu gestaltet und mit Hilfe ihrer Tochter Petra geschrieben. Arrangiert wurde es von Stefan Meyer. Die gelungene Darbietung machte deutlich: Klang und Text sollen mit der Zeit gehen, die Liebe zur Heimatscholle bleibt die gleiche.

  • Roger Büsser, Präsident des Männerchors Schänis, bei der Ansprache. Bild: Marcel Hofstetter
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  • Auch Wisi Jung vom St. Galler Kantonal Gesangsverband sprach. Bild: Marcel Hofstetter
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Und so durfte sich unter OK-Präsident Oski Gmür der Chorgesang als universell verbindendes Element an diesem Abend gebührend in Szene setzen. Die passenden Worte zum 160-Jahre-Jubiläum fanden die Schänner Gemeindepräsidentin Gabi Tremp, Roger Büsser, Präsident des Männerchors Schänis sowie Wisi Jung vom St. Galler Kantonal Gesangsverband. Jung war zusammen mit Max Kobler anwesend und gratulierte den Schänner Sängerkollegen zum Jubeltag und dem lebendigen und wirkungsvollen Vereinsleben.

Die Festgemeinde auf dem «roten Platz». Bild: Marcel Hofstetter

Grill-Verpflegung, Sound und Geselligkeit auf «rotem Platz»

Nach dem offiziellen Programm zügelten die Gastgeber, Mitakteure und die Zuhörerschar auf den «roten Platz», wo openair mit Verpflegung vom Grill, Sound vom Bergland Trio, schmissigem Line Dance und viel Geselligkeit weitergefeiert wurde.

Public Viewing: Die Schweizer Fussballer überzeugten am Abend weniger als der Männerchor Schänis. Bild: Marcel Hofstetter

Natürlich kamen auch die Fussballfans an diesem Abend nicht zu kurz. Musik und Sport trafen sich in Rot-weiss beim integrierten WM-Public Viewing. Während dem die Tschütteler resultatmässig leider etwas alt aussahen, überzeugte der Männerchor Schänis – auch mit 160 Lenzen auf dem Buckel – mit tonaler Treffsicherheit und Vitalität. Singen hält augenscheinlich jung… oder wie es Friedrich Schiller sage würde: «Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten.»

Gabi Corvi
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