St. Gallen zahlt 470'000 Franken für Trump
An hochrangigen internationalen Gästen mangelt es der Schweiz nicht. Am Montag landete die Air Force One mit US-Präsident Donald Trump an Bord am Genfer Flughafen, der kurz danach an den G7-Gipfel in Evian (F) weiterreiste.
Sicherheitskosten horrend
Im Juni nahm ein Sohn des US-Präsidenten an einem privaten Wirtschaftstreffen in der Stadt Zürich teil. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Die Sicherheitskosten übernahm der Bund. Und auch rund um den Bürgenstock bei Stans (NW), wo die USA und der Iran am Freitag eine Absichtserklärung unterzeichnen wollen, wird das Sicherheitsdispositiv für die hochrangigen Gäste wohl enorm sein.
Mit dem Heli von Zürich nach Davos
Auch der Kanton St. Gallen kennt die entsprechenden Diskussionen und Fragen. Im Januar reiste Donald Trump mit dem Helikopter von Zürich nach Davos und mit einem Autokonvoi via Ostschweizer Strassen wieder zurück. Der Besuch des US-Präsidenten am World Economic Forum (WEF) im Januar respektive das Sicherheitsdispositiv rundherum führten auch bei der Kantonspolizei St. Gallen zu erheblichen Kosten und zu Fragen aus dem Kantonsparlament.
326 Polizisten schützen Trump
Ganz genau sind es Ausgaben von 475'318 Franken, die auf die Anwesenheit des US-Präsidenten zurückzuführen sind. Dies geht aus einer Antwort der St. Galler Regierung auf einen Vorstoss der beiden SP-Kantonsparlamentarier Florian Kobler und Kathrin Schulthess hervor.
«Seitens des Kantons St. Gallen standen während der Anwesenheit des US-Präsidenten Donald Trump am 21. und 22. Januar 2026 für dessen Verschiebung von Zürich nach Davos und wieder zurück 326 Polizistinnen und Polizisten je Tag im Einsatz», schrieb die Regierung. Unterstützt wurde die Kantonspolizei durch Mitarbeitende der Stadtpolizei sowie des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG).
Während des Aufenthalts des US-Präsidenten wurden 4532 Einsatzstunden geleistet. Die reinen Personalkosten beliefen sich dabei auf rund 453'200 Franken. Der Restbetrag, 22'118 Franken, ging für Verpflegung und Logistik drauf.
Über 3000 Überstunden angesammelt
Die St. Galler Kantonspolizisten leisteten während des WEF rund 3297 Überstunden, was etwa 392 Arbeitstagen entspricht. «Diese Überstunden müssen nun im regulären Polizeialltag wieder abgebaut werden», so die Regierung.
Trotz dieser Belastungen sei die polizeiliche Grundversorgung im Kanton jederzeit gewährleistet gewesen, heisst es weiter. Für die Polizisten gilt während des World Economic Forums jeweils eine zehntägige Ferien- und Freitagssperre. Neben «Frontmitarbeitenden» sei stets auch Personal aus allen Hauptabteilungen und somit aus dem Innendienst mit Aufgaben rund um das WEF betraut.