Cityhof: Neues Herz der Innenstadt
Mitten zwischen Bahnhof und Altstadt soll in den kommenden Jahren eines der prägendsten Bauprojekte von Rapperswil-Jona entstehen. Am Informationsanlass zur Mitwirkung des Projekts Rapperswil Cityhof wurde schnell klar: Hier geht es nicht einfach um einen Neubau, sondern um die Zukunft eines zentralen Stadtbausteins.
Schlüsselprojekt mitten in der Stadt
Werner Schaeppi, Creafactory® Bau- und Immobilienkommunikation, sprach von einem «spektakulären Ort» und betonte die Bedeutung des Areals für die Entwicklung der Stadt. Noch befindet sich das Vorhaben in der Mitwirkungsphase. Bis zur öffentlichen Auflage im Jahr 2027 können Bevölkerung und Interessierte ihre Anliegen einbringen. Ein Bezug der neuen Gebäude wäre frühestens ab 2031 möglich.
77 Wohnungen gegen die Wohnungsnot
Stadtrat Uli Dobler erinnerte daran, dass viele Rapperswilerinnen und Rapperswiler das Areal noch als «Migros-Rank» kennen. Heute eröffne sich die Chance, an zentralster Lage hochwertige Architektur zu schaffen. Besonders hob er die geplanten 77 Wohnungen hervor. Zwar würden bestehende Gebäude verschwinden, gleichzeitig entstünden jedoch dringend benötigte neue Wohnungen. Gerade angesichts der angespannten Wohnsituation sei dies ein wichtiger Beitrag. Geplant sind Wohnungen von 1,5 bis 4,5 Zimmern. Der Schwerpunkt liegt bei 2,5- und 3,5-Zimmer-Wohnungen. Ergänzt werden sie durch Ladenflächen, Gastronomie und Büroräume.
Lebendiges Quartier statt «Geisterhäuser»
Die Eigentümerin, die Swiss Prime Anlagestiftung, betonte ihren Anspruch, nicht nur Rendite, sondern auch städtebaulichen Mehrwert zu schaffen. Ziel seien attraktive Orte für Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Öffentlichkeit.
Asset Managerin Hazar Allami warnte davor, zentrale Standorte brachliegen zu lassen. «Niemand hat etwas davon, wenn das Herz leer bleibt», sagte sie. Mit Zwischennutzungen solle verhindert werden, dass das Areal während der Planungsphase verwaist. Bereits heute seien bestehende Mietverhältnisse verlängert und weitere Nutzungen in Vorbereitung.
Grüner Platz und ruhiger Innenhof
Architektonisch setzt das Projekt auf einen U-förmigen Baukörper mit sechs Obergeschossen und zurückversetztem Dachgeschoss. Der Innenhof im ersten Obergeschoss soll als begrünte Oase dienen und die Wohnungen vor dem Verkehrslärm abschirmen.
Besonderes Gewicht legen die Planer auf die Freiräume. Der Linthplatz soll grüner werden und als Verbindung zwischen Altstadt und Neubau wirken. Grossbäume, zusätzliche Grünflächen und klimaangepasste Gestaltung sollen an heissen Sommertagen für Kühlung sorgen. Der Innenhof ist als Aufenthalts- und Spielraum gedacht.
Mitreden, bevor gebaut wird
Noch ist nichts endgültig beschlossen. Genau dafür läuft nun die 30-tägige Mitwirkung. Die Verantwortlichen laden die Bevölkerung ausdrücklich dazu ein, Fragen zu stellen und kritische Rückmeldungen einzubringen. Eines wurde am Abend deutlich: Der Cityhof soll nicht nur gebaut werden. Er soll von der Stadt mitgetragen werden.