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Eishockey
09.06.2026
09.06.2026 23:51 Uhr

Ex-Natitrainer Fischer erklärt Covid-Affäre

Emotional: Patrick Fischer zeigt sich tief bewegt über die Ereignisse der letzten Wochen.
Emotional: Patrick Fischer zeigt sich tief bewegt über die Ereignisse der letzten Wochen. Bild: Screenshot
Fast zwei Monate nach seiner Entlassung als Nationaltrainer äussert sich Patrick Fischer erstmals zur Covid-Affäre. In einem Video-Interview verteidigt er seinen Entscheid, räumt aber auch Fehler ein.

«Erstmals seit meiner Freistellung spreche ich offen über die Ereignisse rund um die Covid-Affäre», kündigte Patrick Fischer am Montag auf Instagram an. Einen Tag später veröffentlichte er ein knapp einstündiges Video-Interview auf Youtube.

Von PR-Firma produziert

Als journalistisches Interview lässt sich das Gespräch allerdings kaum bezeichnen. Produziert wurde es von der Signorell GmbH, einer Kommunikationsagentur. Die Fragen stellte der ehemalige Blick-Chefredaktor Peter Röthlisberger, der heute Unternehmen und Führungskräfte in Medienfragen berät. Entsprechend bietet das Format vor allem Fischers Sicht der Ereignisse Raum.

«Ich habe meine Vorbildfunktion verletzt»

Im Zentrum steht Fischers Entscheid, sich nicht gegen Covid impfen zu lassen. «Ich höre stark auf mein Bauchgefühl», sagt der 49-Jährige. Deshalb sei für ihn klar gewesen, auf die Impfung zu verzichten.

Um dennoch mit der Schweizer Nationalmannschaft an die Winterspiele nach Peking reisen zu können, kaufte Fischer ein gefälschtes Covid-Zertifikat. Diesen Schritt bezeichnet er rückblickend als Fehler. «Als Nationalcoach hätte ich das nicht tun dürfen», sagt er. Seine Verantwortung als Nationaltrainer habe er nicht wahrgenommen. «Ich habe meine Vorbildfunktion verletzt, da gibt es nichts schönzureden.»

Sich treu geblieben

Gleichzeitig betont Fischer, er sei sich persönlich treu geblieben und habe nie das Gefühl gehabt, die Mannschaft zu gefährden. Die strengen Testprotokolle hätten ihm Sicherheit gegeben.

Kritik an SRF und Verband

Deutliche Kritik übt Fischer an der Berichterstattung rund um das bekannt gewordene Mittagessen mit SRF-Journalisten. Er bleibt bei seiner Darstellung, wonach die Gespräche «off the record» geführt worden seien. Eine entsprechende Vereinbarung sei später nicht öffentlich verteidigt worden.

Auch den Schweizer Eishockey-Verband sieht Fischer in der Verantwortung. Dieser habe ihn bereits 2021 vertraglich verpflichtet, an internationalen Turnieren teilzunehmen, obwohl dafür eine Impfung nötig gewesen sei. Der dadurch entstandene Druck habe ihn zusätzlich belastet.

Rückhalt aus dem Team

Besonders bewegt zeigt sich Fischer beim Blick auf die Zeit nach seiner Entlassung. Von Spielern und Staff habe er viel Unterstützung erfahren. Auch seine Familie habe ihm in der schwierigsten Phase Rückhalt gegeben.

Verletzt habe ihn hingegen der Umgang mit Fans, die ihm nach seiner Entlassung öffentlich Unterstützung zeigen wollten. Plakate und Dankesbotschaften seien an Spielen entfernt worden. «Wer gibt das in Auftrag?», fragt Fischer im Interview.

Das Video-Interview mit Patrick Fischer.

Thomas Renggli
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