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Schweiz
07.06.2026

Der obligatorische Schulsport wackelt

Geht es nach dem Bund, sollen drei Stunden Sport pro Woche an Schulen bald nicht mehr Pflicht sein. (Symbolbild)
Geht es nach dem Bund, sollen drei Stunden Sport pro Woche an Schulen bald nicht mehr Pflicht sein. (Symbolbild) Bild: Pixabay
Die Pflicht zu drei Lektionen Schulsport pro Woche steht zur Diskussion. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, soll das Obligatorium gestrichen werden.

Felgaufschwung, Völkerball, 1000-Meter-Lauf: Für rund 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche in der Schweiz gehört Schulsport fix zum Stundenplan. Mindestens drei Lektionen pro Woche sind heute vorgeschrieben. Doch damit könnte bald Schluss sein. Bund und Kantone prüfen, ob künftig allein die Kantone über die Zahl der Turnstunden entscheiden sollen.

Bund bezahlt nicht

Der Grund ist politisch: Bildung ist Sache der Kantone. Der Bund schreibt den Schulsport zwar vor, beteiligt sich aber nicht an den Kosten. Befürworter der Reform argumentieren deshalb, wer bezahle, solle auch bestimmen.

Druck auf die Turnhallen

Brisant ist die Debatte vor allem in Städten und Agglomerationen. Dort sind Turnhallen vielerorts knapp. Sportvereine kämpfen um Trainingszeiten, Schulen weichen teils auf externe Anlagen aus. Laut dem Schweizerischen Verband für Sport in der Schule fehlen landesweit rund hundert Turnhallen.

Warnung vor Ungleichheit

Kritiker warnen vor einem Rückschritt. Fällt die Bundesvorgabe weg, könnten einzelne Kantone den Schulsport reduzieren. Das treffe besonders Kinder, die sich ausserhalb der Schule wenig bewegten. Gegenüber der «SonntagsZeitung» wird deshalb vor gesundheitlichen Folgen und neuen Chancenungleichheiten gewarnt.

Noch ist nichts entschieden. Nun können auch Städte und Gemeinden Stellung nehmen – und gerade sie spüren den Turnhallendruck besonders stark.

Thomas Renggli
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