Rekordverzinsung in 2. Säule
Die finanzielle Lage der Schweizer Pensionskassen präsentiert sich weiterhin robust. Die Reserven vieler Vorsorgeeinrichtungen sind gut gefüllt, wodurch Leistungsverbesserungen möglich werden. Davon profitieren insbesondere die aktiv Versicherten: Ihre Altersguthaben wurden 2025 zum dritten Mal in Folge höher verzinst als im Vorjahr.
Wie die aktuelle Schweizer Pensionskassenstudie zeigt, lag die durchschnittliche Verzinsung bei 4,7 Prozent. Nach Abzug der Inflation ergibt sich eine Realverzinsung von 4,6 Prozent – der höchste Wert seit 25 Jahren.
Grosse Unterschiede zwischen den Kassen
Trotz des positiven Gesamtbildes profitieren die Versicherten unterschiedlich stark. Die Spannweite der Zinssätze reichte 2025 von 1,25 bis 17 Prozent. Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Vergleich der erfolgreichsten und der schwächsten Vorsorgeeinrichtungen.
Die bestplatzierten zehn Prozent der Kassen verzinsten die Altersguthaben ihrer aktiven Versicherten durchschnittlich mit 9,25 Prozent, während die schwächsten zehn Prozent lediglich 2 Prozent ausrichteten. Über mehrere Jahre hinweg können sich daraus erhebliche Unterschiede beim angesparten Vorsorgekapital ergeben.
Anlageerfolg bestimmt die Verzinsung
Massgeblich für die Höhe der Verzinsung ist die erzielte Rendite auf den Kapitalanlagen. Die Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen richtet ihre Verzinsung direkt nach dem Anlageerfolg aus. Dadurch gewinnt die Performance der Anlagen für die Versicherten zunehmend an Bedeutung.
Die von der Zürcher Kantonalbank herausgegebene Swisscanto-Pensionskassenstudie zeigt, dass Kassen mit höheren Renditen ihre Versicherten in der Regel auch deutlich besser verzinsen. Unterschiede in der Anlagestrategie wirken sich deshalb direkt auf die Entwicklung der Altersguthaben aus.
Viele Versicherte kennen ihre Verzinsung nicht
Obwohl die Leistungen der Pensionskassen in den vergangenen Jahren gestiegen sind, nehmen viele Versicherte diese Entwicklung kaum wahr. Eine erstmals durchgeführte Bevölkerungsbefragung zeigt, dass nur rund ein Drittel der Versicherten die Verzinsung ihres Altersguthabens auf dem letzten Pensionskassenausweis zur Kenntnis genommen hat. Die Studie macht damit deutlich, dass die Bedeutung der jährlichen Verzinsung für den Vermögensaufbau vielfach unterschätzt wird.
Kapitalbezug gewinnt weiter an Bedeutung
Auch beim Bezug der Vorsorgegelder setzt sich ein langfristiger Trend fort. Erstmals wurde 2025 mehr als die Hälfte der Altersguthaben als Kapital bezogen. Damit verliert der Umwandlungssatz, der die Höhe der späteren Rente bestimmt, für viele Versicherte an Bedeutung. Persönliche Faktoren wie finanzielle Flexibilität oder der Wunsch nach einer lebenslangen Einkommenssicherheit spielen bei der Entscheidung zwischen Kapitalbezug und Rente eine wichtige Rolle.