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Schmerikon
29.05.2026
28.05.2026 20:48 Uhr

Abschluss Goldbergbach-Eindolung

Die Kirchgasse – Schmerikons wohl älteste Gasse – hat im Strassenkörper nun eine Bachableitung für ein hundertjähriges Regenereignis.
Die Kirchgasse – Schmerikons wohl älteste Gasse – hat im Strassenkörper nun eine Bachableitung für ein hundertjähriges Regenereignis. Bild: Politische Gemeinde Schmerikon
Mit Abschluss der Eindolung des Goldbergbachs in Schmerikon Ende März sind Hochwasser und Schmutzwasserabfluss in den Obersee gebannt. Die historische Kirchgasse wurde gepflastert.

Knapp 18 Monate dauerten die Bauarbeiten für das grosse Infrastrukturprojekt «Eindolung Goldbergbach». Wesentliches Element ist die Verlegung beider Bäche Goldbergbach und Kürzibach, nach deren Vereinigung, in einer grossen Leitung direkt in der Falllinie, die Kirchgasse hinunter, bis in die Rösslihaab.

Durch die Errichtung eines neuen Einlaufbauwerks für den Goldbergbach werden zukünftige Verklausungen verhindert. Besondere Herausforderungen waren, dieses Bauwerk in die enge und wohl älteste Gasse des Dorfes zu verlegen, in welcher bereits Leitungen aller anderen Werke (Wasser, Abwasser, EW und Erdgas) den Raum in Anspruch nahmen. Eindrücklich waren die Arbeiten zur Unterquerung der Kantonsstrasse und des Bahntrassees.

Mit der Eindolung sollen Überschwemmungen der Kirchgasse wie im Video von 8716.ch vom Sommer 2014 der Vergangenheit angehören.

Keine Bachoffenlegung im Siedlungsgebiet

Spätestens die Überflutung der Kirchgasse und der Zürcherstrasse im August 2014 führte die Gewässergefahr vor Augen. Anlässlich eines Unwetters drückte der entfesselte Bach eine Steinplatte auf den Rohreinlauf des Goldbergbachs oberhalb der Kirche und verschloss diesen. Bachwasser ergoss sich die Schulhausstrasse und Kirchgasse hinunter.

Im Anschluss wurde ein Wasserbauprojekt unter weiträumiger Betrachtung entwickelt. Auf der Grundlage eines Hochwasserschutzkonzeptes konnte 2016 aufgezeigt werden, dass eine Sanierung durch eine neue, ausreichend dimensionierte Rohrleitung, ohne Bachoffenlegung erfolgen kann. Der Kanton stimmte diesem Vorgehen zu. Nach dem Mitwirkungsverfahren 2020 wurde das Projekt redimensioniert und auf den Oberflächenabfluss in der Alten Eschenbacherstrasse verzichtet. Mit dieser Massnahme wäre auch der Schutz vor Hochwasser ausgehend durch den Kürzibach oberhalb der Schulhausstrasse verbessert worden. Das nun umgesetzte Wasserbauprojekt wurde im November 2023 öffentlich aufgelegt. Im Rahmen einer Urnenabstimmung am 14. April 2024 wurde der Kredit über rund 5,8 Mio. Franken genehmigt. Die Realisierung startete im Spätherbst 2024 und wurde nun mit geringfügiger Verzögerung erfolgreich abgeschlossen.

Bei Trockenwetter kaum wahrnehmbare Rinnsale

Der Goldbergbach und der Kürzibach entwässern die Geländekammer rund um die Weiler Bürgital und Goldberg, unmittelbar oberhalb des Dorfes. Gespiesen werden beide bei Trockenwetter von Quellwasser. Bei Regenfall führen sie grössere Mengen Oberflächenwasser, das ihnen seitlich und oberhalb zufliesst. Der Goldbergbach fliesst oberhalb des Siedlungsgebiets in einer überwachsenen Geländemulde senkrecht zum Tal und betritt das Siedlungsgebiet oberhalb der Kirche. Der Kürzibach entspringt westlich vom Goldbergbach, ebenfalls unter der Bürgitalstrasse, unmittelbar am Fuss der Reben. Er weist keine naturbelassene Strecke auf und wird unmittelbar unterhalb der Häuserzeile südlich der Aubrigstrasse einem Einlauf zugeführt und wird in Leitungen der Alten Eschenbacherstrasse entlang zu Tal geführt.

Ein neues grosszügig dimensioniertes Einlaufbauwerk mit Rechen am Standort des ehemaligen «Sprützenhüüsli» nimmt das Bachwasser des Goldbergbachs auf. In einem neuen Bauwerk unmittelbar in der Strasse werden beide Bäche vereinigt und fliessen neu in einer Leitung mit grossem Durchmesser in der Kirchgasse zu Tal. Diese ersetzt die bisherige unzureichende Leitung, die unter dem Friedhof durch bis zur Kreuzgasse und dort in Falllinie bis zur Mündung im Hafenbecken, den Bahnhofplatz unterquerend, floss.

Ein neues Bauwerk führt unter SBB und Kantonsstrasse in die Rösslihaab. Die zehn Schiffsplätze wurden verlegt. Bild: Politische Gemeinde Schmerikon

Hohe Priorität: Gewässerschutz

Nach dem Zusammenfluss beider Bäche besteht eine wasserbauliche Dimensionierungsgrösse bei einem seltenen, alle hundert Jahre erwarteten Ereignis von 2,7 m³/s. Zu dessen Ableitung bedarf es eines nun realisierten Leitungsdurchmessers von 1'000 mm. Der Durchmesser der bisherigen Eindolung betrug an der engsten Stelle lediglich 350 mm. Der Querschnitt betrug somit streckenweise ein Achtel des erforderlichen Durchmessers.

Aufgrund dieser erheblichen Unterdimensionierung wurde bisher im Entlastungsbauwerk unmittelbar beim oberen Friedhofseingang bei jedem normalen Regenfall sauberes Bachwasser als Überlauf der öffentlichen Kanalisation zugeführt, um sich dort mit Schmutzwasser zu vermischen. Da die Aufnahmekapazität der öffentlichen Kanalisation ebenfalls eingeschränkt ist, entlastete diese in einer Leitung die Kirchgasse hinunter, über ein Regenbecken, direkt in den See. Zwischen 50- und 100-mal jährlich wurde bis anhin damit in der Rösslihaab Schmutzwasser in den See eingeleitet. Dies gehört nun der Vergangenheit an.

Verbesserter Hochwasserschutz

Mit dem neuen, verklausungssicheren Einlaufbauwerk und der ausreichenden Dimensionierung soll auch kein Austritt von Bachwasser mit nachfolgendem Abfluss über die Gassen stattfinden, wie letztmals 2014. Nicht zuletzt auch das Projekt der Tiefgarage unter dem Dorfplatz war ein weiterer Anlass zur Verlegung des Baches, da die Bachleitung heute den Platz mittig unterquert und daher weichen muss.

Gemeindeblatt Schmerikon / Redaktion Linth24
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