Linth24: Herr Buschor, Sie sind relativ kurzfristig in den Wahlkampf um einen Sitz im Gemeinderat Uznach eingestiegen. Warum erst für den zweiten Wahlgang?
Buschor: Sehr gute Frage. Die wird oft gestellt. Ich habe mir schon letzten Herbst überlegt, zu kandidieren. Aber ich hatte den Eindruck, es sei noch etwas zu früh. Ich plante eigentlich, auf die Ersatzwahlen in zweieinhalb Jahren anzutreten, falls es dann eine Vakanz gibt.
Daniel Buschor: «Ich möchte mich nicht einordnen lassen»
Warum sind Sie dann doch angetreten?
Nach dem ersten Wahlgang hat sich eine neue Situation ergeben. Zwei haben kandidiert, aber niemand erreichte das absolute Mehr. Gleichzeitig gab es viele leere oder anders beschriftete Stimmzettel. Da hatte ich den Eindruck, dass sich ein Teil der Bevölkerung weitere Alternativen wünscht. Deshalb habe ich mich entschieden zu kandidieren – auch wenn der Zeitpunkt familiär noch nicht ganz ideal ist.
Weshalb?
In zwei Jahren wären unsere Kinder nochmals etwas älter gewesen.
Wie sieht ihre familiäre Situation aus?
Ich bin verheiratet und Vater von drei Töchtern. Sie sind 9, 11 und 13 Jahre alt und gehen alle zur Schule.
Und beruflich?
Buschor: Ich arbeite bei der Südostbahn in Herisau. Dort leite ich die Verkaufsstellen und den Kundendienst mit knapp 30 Mitarbeitenden und bringe somit Führungserfahrung mit.
Wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?
Buschor: Ich habe Tourismus studiert und war danach bei der SBB in verschiedenen Funktionen tätig. Später schloss ich den eidgenössischen Marketingplaner ab und absolvierte ein Betriebsökonomie-Studium.
Immer öffentlicher Verkehr?
Es gab einen Abstecher zur Schulverwaltung Uznach, was mir sehr gut gefiel. Dann erhielt ich ein Stellen-Angebot der SOB. Dort arbeite ich nun seit sechs Jahren.
War die Kandidatur Ihre eigene Idee?
Buschor: Die Grundüberlegung kam von mir. Danach bin ich auf Parteien zugegangen und habe gefragt, ob sie mich unterstützen würden. Die Mitglieder von der SP, der Grünen und der Mitte haben dann entschieden, mich zu unterstützen.
Welche Themen beschäftigen Sie in Uznach?
Grundsätzlich läuft vieles gut in Uznach. Aber es gibt natürlich Themenfelder, bei denen man sich verbessern kann. Zum Beispiel beim Verkehr. Es braucht nun konkrete Massnahmen. Gerade die Verkehrssicherheit für Fussgänger und Schulkinder ist wichtig. Der Stau im Städtli ist belastend – auch wenn klar ist, dass das Problem nicht kurzfristig lösbar ist.
Welche weiteren Themen sehen Sie?
Sicher die Altersentwicklung und die Pflegeplätze. Das betrifft viele Gemeinden und ist auch in Uznach ein wichtiges Thema. Wichtig ist für mich, dass ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt wohnen können.
Sind Sie bisher in Uznach politisch oder gesellschaftlich aktiv gewesen?
Buschor: Ich engagiere mich in der Schule und im Verein UznerFamilien. Und die Politik interessiert mich schon lange. Ich habe immer wieder Veranstaltungen besucht oder Inputs gegeben.
Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Gegenkandidaten Martin Dilla?
Buschor: Wir sind uns letzten Samstag am Mai-Markt zum ersten Mal begegnet. Wir haben uns die Hand gegeben und uns gegenseitig viel Erfolg gewünscht.
Wie sieht Ihr Wahlkampf aus?
Ich setze auf Flyer, Plakate, persönliche Gespräche und Kennenlern-Termine in den Quartieren. Voraussichtlich werde ich auch noch Social Media einsetzen.
Werden Sie von den drei Parteien finanziell unterstützt?
Ein wenig, die Kosten sollen überschaubar bleiben. Gemeinderatswahlen sollen nicht zu einer Materialschlacht werden. Es geht nicht darum, möglichst viel Geld einzusetzen. Auf Gemeindeebene geht es vor allem um Sachpolitik. Wichtig ist, Lösungen für Uznach zu finden. Deshalb möchte ich mich auch nicht in ein starres politisches Spektrum einordnen lassen.
Gibt es noch etwas, das Ihnen wichtig ist?
Spannend finde ich die Entwicklung im Zentrum, insbesondere rund um das Streuli-Areal. Dort entsteht etwas, das grosses Potenzial hat – mit zentralem Wohnraum, Gewerbe und hoffentlich viel Aufenthaltsqualität. Wichtig sind für mich generell gute Rahmenbedingungen für Familien, Vereine und das Gewerbe. Als Gemeinderat kann man unter anderem dort die richtigen Weichen stellen und Verantwortung übernehmen.