Home Region Sport Schweiz/Ausland Rubriken Agenda
Promo
Kanton
15.05.2026
15.05.2026 12:11 Uhr

Wirtschaft im Spannungsfeld: Welche Folgen die 10 Millionen Initiative für KMU haben könnte

Christoph Bärlocher ist Mitte-Kantonsrat und Präsident des Kantonalen Gewerbeverbandes St.Gallen.
Christoph Bärlocher ist Mitte-Kantonsrat und Präsident des Kantonalen Gewerbeverbandes St.Gallen. Bild: zVg
Christoph Bärlocher, Präsident des Kantonalen Gewerbeverbandes St.Gallen, erläutert, wie die 10-Millionen-Initiative Planungssicherheit, Innovation und Wachstum für KMU gefährdet.

Die Schweiz verdankt ihre wirtschaftliche Stabilität einem fein ausgewogenen Zusammenspiel aus unternehmerischer Freiheit, hoher Qualifikation der Arbeitskräfte und verlässlichen Rahmenbedingungen. Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» würde dieses Gleichgewicht verändern – mit spürbaren Konsequenzen für kleine und mittlere Unternehmen.

KMUs agieren langfristig: Sie planen Investitionen, bauen Kundenbeziehungen auf und entwickeln Produkte über Jahre hinweg. Eine Initiative, die das Bevölkerungswachstum deckelt, schafft jedoch Unsicherheit. Unklare Umsetzungsmechanismen und mögliche Folgemassnahmen könnten dazu führen, dass Unternehmen vorsichtiger investieren oder Expansionspläne überdenken. Planungssicherheit ist für KMUs jedoch zentral, da Fehlentscheide rasch existenzielle Folgen haben können.

Auch regionale Wirtschaftsräume wären unterschiedlich betroffen. In ländlichen Gebieten und Industrieregionen tragen KMUs massgeblich zur Attraktivität der Region bei. Wird Wachstum gebremst und betriebliche Entwicklung eingeschränkt, leidet nicht nur das einzelne Unternehmen sondern das gesamte lokale Umfeld. Wertschöpfungsketten verkürzen sich, Innovation verlagert sich und die Attraktivität des Standorts nimmt ab.

Nicht zuletzt lebt die Schweizer Wirtschaft von Offenheit und Vernetzung – mit internationalen Märkten, Fachwissen und Ideen. Beschränkungen, die diese Offenheit indirekt reduzieren, können die Innovationskraft schwächen. Gerade KMUs sind auf Kooperationen, Know-how-Transfer und flexible Strukturen angewiesen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Diskussion um die Chaos-Initiative zeigt daher, wie eng demografische Fragen mit wirtschaftlicher Entwicklung verknüpft sind. Entscheidend wird sein, ob Lösungen gefunden werden, die Lebensqualität und wirtschaftliche Stärke gleichermassen sichern. Deshalb ist für mich klar: Am 14. Juni 2026 NEIN zur Chaos Initiative.

Christoph Bärlocher, Präsident des Kant. Gewerbeverbands St.Gallen, Kantonsrat, Die Mitte
Demnächst