Knapp tausend Genossenschafterinnen und Genossenschafter fanden den Weg nach Schänis und erlebten einen Abend, der weniger Pflichtprogramm als regionales Volksfest war. Wenn eine Bank ihre Generalversammlung im Festzelt abhält und dieses fast bis auf den letzten Platz gefüllt ist, dann sagt das mehr als jede Hochglanzbroschüre.
Die Traktanden wurden diskussionslos genehmigt. Überraschungen gab es keine. Dafür Zahlen, die Verwaltungsratspräsidentin Monika Vasconcelles mit sichtbarer Freude präsentierte. Die Botschaft war klar: Der Bank geht es gut. Sehr gut sogar.
Raiffeisen Schänis-Amden: Erfolg auf ganzer Linie
Wachstum trotz Gegenwind
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren alles andere als einfach. Höhere regulatorische Anforderungen, strengere Tragbarkeitsregeln und eine anspruchsvolle Zinslandschaft verlangten den Banken einiges ab. Doch die Raiffeisenbank Schänis-Amden blieb auf Kurs. Die Bilanzsumme, die Kredite und die Kundeneinlagen stiegen um rund vier Prozent. Besonders bemerkenswert: Das gesamte Kundenvolumen überschritt erstmals die Milliardenmarke. Auch das Anlagegeschäft entwickelte sich stark. Der Wertschriftenbestand liegt inzwischen bei über 230 Millionen Franken. Das Kommissionsgeschäft steuerte über 2,2 Millionen Franken bei.
Dazu kommt ein Jahresgewinn von 820'000 Franken – eine Steigerung von 1,8 Prozent. Zahlen, die selbst in der vorsichtigen Bankenwelt für zufriedene Gesichter sorgen. Dass die Bank längst nicht mehr nur regional unterwegs ist, zeigte sich ebenfalls: Neukunden aus Zürich und anderen Teilen der Schweiz fanden den Weg nach Schänis-Amden. Offenbar spricht sich herum, wenn eine Bank nicht nur verwaltet, sondern auch Vertrauen ausstrahlt.
Warnung vor Betrügern
Neben den positiven Zahlen fand der scheidende Vorsitzende der Bankleitung, Rolf Güntensperger, auch deutliche Worte zu einem ernsten Thema. Die Zahl der Betrugsfälle nehme spürbar zu. Enkeltrick, Phishing und manipulierte E-Banking-Angriffe seien längst kein Randphänomen mehr. Sein Appell an die Bevölkerung fiel deshalb unmissverständlich aus: höchste Vorsicht im digitalen Alltag.
Ein Abschied mit Respekt
Emotional wurde es bei der Verabschiedung von Güntensperger. Nach über 16 Jahren an der Spitze übergibt er die Verantwortung weiter. In dieser Zeit wurde die Bilanzsumme von 384 auf 816 Millionen Franken mehr als verdoppelt. Finanzkrise, Corona, Digitalisierung und neue Konkurrenzmodelle – all das fiel in seine Amtszeit.
Monika Vasconcelles würdigte insbesondere seine ruhige und besonnene Art. Gerade in anspruchsvollen Diskussionen habe er Orientierung gegeben und stets Transparenz, Nachhaltigkeit und Klarheit gelebt.
Dass Güntensperger nicht nur Banker, sondern auch als Musiker bei Privatanlässen bekannt ist, passt irgendwie ins Bild dieses Abends. Zahlen, Nähe zur Region und ein wenig Bodenständigkeit – genau diese Mischung scheint in Schänis-Amden weiterhin bestens zu funktionieren.
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