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Rapperswil-Jona
11.05.2026

OST stärkt nachhaltiges Handeln

Die Globi-Energieshow mit Buchautor und Energieexperten Atlant Bieri lässt nicht nur Kinderaugen staunen.
Die Globi-Energieshow mit Buchautor und Energieexperten Atlant Bieri lässt nicht nur Kinderaugen staunen. Bild: zVFg
Von Solar-Popcorn bis Veloreparatur: Die OST zeigte in Rapperswil-Jona, wie Nachhaltigkeit im Alltag funktioniert. Konkret, kreativ und nahbar.

Eine Woche lang wurde der Campus der OST – Ostschweizer Fachhochschule zum Treffpunkt für alle, die sich für Energie, Klima und nachhaltige Entwicklung interessieren. Im Rahmen der Green Days des Kantons St.Gallen, der Green City Days Rapperswil-Jona, der Nachhaltigkeitswoche sowie des Rapperswiler Tags entstand Anfang Mai ein Programm, das Theorie und Praxis überraschend unkompliziert zusammenbrachte.

Besonders auffällig: Vieles durfte nicht nur angeschaut, sondern direkt ausprobiert werden. Primarschulkinder experimentierten mit Energie, Berufsmaturitätsklassen stellten Popcorn mit Solarenergie her, während Studierende der Landschaftsarchitektur Tipps für den eigenen Garten gaben. Nachhaltigkeit bekam dadurch ein Gesicht – und manchmal auch einen ölverschmierten Velosattel.

Reparieren statt wegwerfen

Wie alltagstauglich nachhaltiges Handeln sein kann, zeigte sich vor allem bei den zahlreichen Mitmachangeboten. In der Velowerkstatt wurden ältere Fahrräder wieder flottgemacht, im Repair Café reparierten Freiwillige Radios, Staubsauger oder sogar eine Fleischschneidemaschine. Auch die Kleider- und Büchertauschbörse fand regen Zuspruch. Dinge weiterzugeben statt wegzuwerfen: die Idee der Kreislaufwirtschaft wurde hier ganz praktisch erlebbar.

Für Prof. André Podleisek, Nachhaltigkeitsbeauftragter der OST, war genau das zentral: Lösungen sichtbar machen, statt Probleme zu beklagen. Die Woche sollte Mut machen und zeigen, dass nachhaltiges Handeln nicht bei grossen politischen Debatten beginnt, sondern oft bereits am Küchentisch oder im Kellerregal.

Unterstützt wurde die OST dabei von zahlreichen regionalen Partnern. Gemeinsam mit der Stiftung Balm entstand etwa eine Setzlingstauschbörse. Weitere Publikumsmagnete waren die Globi-Energieshow mit Energieexperte Atlant Bieri sowie der Besuch des «SolarButterfly» von Solarpionier Louis Palmer.

  • Eine Schulklasse besucht den «SolarButterfly» des Schweizer Solarpioniers Louis Palmer. Bild: zVFg
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  • Wie lässt sich der eigene Garten nachhaltiger und biodiverser gestalten? Ein Landschaftsarchitektur-Student der OST gibt Tipps. Bild: zVFg
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  • Tauschen statt wegwerfen und neu kaufen: Die Kleidertauschbörse und das Repair Café@OST. Bild: zVFg
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  • Besucherinnen und Besucher strömen für die Green City Days auf den OST-Campus Rapperswil-Jona. Bild: zVFg
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  • Zum ersten Mal fanden in diesem Jahr die Green City Days der Stadt Rapperswil-Jona mit der OST als Partnerin statt. Bild: zVFg
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  • Auf dem Solardach der OST lernen Berufsmaturitätsschülerinnen und -schüler mehr über nachhaltige Energie. Bild: zVFg
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  • Christoph Küffer, Professor für Siedlungsökologie an der OST, eröffnete den Rapperswiler Tag. Bild: zVFg
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  • Schnittlauch, Tomaten, Thai-Basilikum – an der Tauschbörse sind die kleinen Setzlinge beliebt. Bild: zVFg
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Ideen für die Städte von morgen

Neben den alltagsnahen Angeboten rückten auch grössere Zukunftsfragen in den Fokus. Fachveranstaltungen beschäftigten sich mit klimafreundlicher City-Logistik, nachhaltiger Stadtentwicklung und neuen Ideen für die Energiewende. Mit Formaten wie der Projektschmiede oder dem «FuturePitch» wurden bewusst auch junge Menschen angesprochen.

Ein zentrales Thema blieb dabei die Frage, wie Städte künftig lebenswerter gestaltet werden können. Prof. Stefanie Graf, Leiterin des Departements Architektur, Bau, Landschaft und Raum der OST, sieht vor allem grüne Freiräume und Wasserflächen als entscheidende Elemente der Stadtentwicklung. Gerade angesichts steigender Temperaturen gewinne dieses Thema zunehmend an Bedeutung.

Dorftraditionen neu gedacht

Auch der ländliche Raum erhielt seinen Platz in der Nachhaltigkeitswoche. Der traditionelle Rapperswiler Tag widmete sich der Landschaftsarchitektur ausserhalb der Städte. Unter dem Titel «konservativ – ungeplant – innovativ» diskutierten Fachleute darüber, welche Rolle Dörfer und Agglomerationen künftig spielen könnten.

Die Antwort fiel differenziert aus: Gerade dort, wo vieles langsamer wächst und gewachsene Strukturen erhalten bleiben, könnten wichtige Ideen für die Zukunft entstehen. Oder anders gesagt: Nicht jede gute Innovation braucht Hochhäuser und Beton. Manchmal reicht auch ein Dorfplatz – und Menschen, die bereit sind, Neues auszuprobieren.

MM OST / Linth24
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