Eine Woche lang wurde der Campus der OST – Ostschweizer Fachhochschule zum Treffpunkt für alle, die sich für Energie, Klima und nachhaltige Entwicklung interessieren. Im Rahmen der Green Days des Kantons St.Gallen, der Green City Days Rapperswil-Jona, der Nachhaltigkeitswoche sowie des Rapperswiler Tags entstand Anfang Mai ein Programm, das Theorie und Praxis überraschend unkompliziert zusammenbrachte.
Besonders auffällig: Vieles durfte nicht nur angeschaut, sondern direkt ausprobiert werden. Primarschulkinder experimentierten mit Energie, Berufsmaturitätsklassen stellten Popcorn mit Solarenergie her, während Studierende der Landschaftsarchitektur Tipps für den eigenen Garten gaben. Nachhaltigkeit bekam dadurch ein Gesicht – und manchmal auch einen ölverschmierten Velosattel.
Reparieren statt wegwerfen
Wie alltagstauglich nachhaltiges Handeln sein kann, zeigte sich vor allem bei den zahlreichen Mitmachangeboten. In der Velowerkstatt wurden ältere Fahrräder wieder flottgemacht, im Repair Café reparierten Freiwillige Radios, Staubsauger oder sogar eine Fleischschneidemaschine. Auch die Kleider- und Büchertauschbörse fand regen Zuspruch. Dinge weiterzugeben statt wegzuwerfen: die Idee der Kreislaufwirtschaft wurde hier ganz praktisch erlebbar.
Für Prof. André Podleisek, Nachhaltigkeitsbeauftragter der OST, war genau das zentral: Lösungen sichtbar machen, statt Probleme zu beklagen. Die Woche sollte Mut machen und zeigen, dass nachhaltiges Handeln nicht bei grossen politischen Debatten beginnt, sondern oft bereits am Küchentisch oder im Kellerregal.
Unterstützt wurde die OST dabei von zahlreichen regionalen Partnern. Gemeinsam mit der Stiftung Balm entstand etwa eine Setzlingstauschbörse. Weitere Publikumsmagnete waren die Globi-Energieshow mit Energieexperte Atlant Bieri sowie der Besuch des «SolarButterfly» von Solarpionier Louis Palmer.