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05.05.2026
06.05.2026 06:24 Uhr

Tödliche Fehler am Uni-Spital

Am Uni-Spital Zürich führten gravierende Missstände zu tödlichen Konsequenzen.
Am Uni-Spital Zürich führten gravierende Missstände zu tödlichen Konsequenzen. Bild: USZ
Bis zu 74 Todesfälle, Führungsversagen und mangelnde Kontrolle: Ein Bericht legt die gravierenden Missstände in der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich offen.

Jetzt ist klar, wie schwer die Fehler am Universitätsspital Zürich wiegen: Eine unabhängige Untersuchung zeigt für die Jahre 2016 bis 2020 eine Übersterblichkeit von 68 bis 74 Patientinnen und Patienten.

Zudem wurden elf besonders auffällige Todesfälle sowie 13 problematische Eingriffe mit Medizinprodukten festgestellt.

Führungsversagen als Hauptursache

Laut Bericht liegen die Ursachen in einem massiven Führungsversagen. Der damalige Klinikchef Francesco Maisano sei ohne ausreichende Prüfung seiner Qualifikationen und möglicher Interessenskonflikte eingesetzt worden. Gleichzeitig habe die Spitaldirektion Warnsignale zu spät erkannt und ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt.

Ermittlungen und Rücktritte

Das Spital hat mehrere Fälle der Staatsanwaltschaft gemeldet. Diese prüft nun strafrechtliche Schritte. Politische Folgen hat der Skandal ebenfalls: Drei langjährige Mitglieder des Spitalrats treten zurück, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Das USZ entschuldigte sich bei den Betroffenen und richtete eine Beratungsstelle ein.

Umstrittene Methoden

Für zusätzliche Brisanz sorgt der Einsatz des Implantats «Cardioband», das häufig verwendet wurde – obwohl der damalige Klinikdirektor Verbindungen zum Hersteller hatte.

Heute wieder hohe Qualitätsstandards

Heute betont das USZ, die Klinik habe unter neuer Leitung wieder hohe Qualitätsstandards erreicht. Mit strengeren Regeln und neuen Meldesystemen sollen solche Vorfälle künftig verhindert werden.

Thomas Renggli
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