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Kultur
27.04.2026

Zauberwelten und Lebensfragen

Céline Gaillard (1.v.r.), Co-Direktorin des Kunst(Zeug)Hauses, führt durch Margaretha Dubachs Ausstellung «Zauberwelten erwachen».
Céline Gaillard (1.v.r.), Co-Direktorin des Kunst(Zeug)Hauses, führt durch Margaretha Dubachs Ausstellung «Zauberwelten erwachen». Bild: Kunstverein Oberer Zürichsee
Das Kunst(Zeug)Haus Rapperswil zeigt zurzeit zwei spannende Ausstellungen: Margaretha Dubachs «Zauberwelten erwachen» und die Sammlungs-/Gruppenausstellung «wohin – woher – womit».

In der 80er Jahren war die namhafte Luzerner Künstlerin Margaretha Dubach in vielen grossen Kunsthäusern, wie Museum Bellerive, Kunsthaus Zürich und Kunstmuseum Mannheim, vertreten. Jetzt hat die mittlerweile 87-jährige Künstlerin erstmals wieder eine Einzelausstellung in einer musealen Kunstinstitution. Dies liess sich der Kunstverein Oberer Zürichsee nicht entgehen und buchte eine Führung mit Co-Direktorin Céline Gaillard im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil. Gegen vierzig Kunstinteressierte nahmen daran teil. Zu sehen waren Werke aus fünfzig Jahren Kunstschaffen von Margaretha Dubach.

Die Kombination diverser Gegenstände zu einem Kunstwerk fasziniert Kunst(Zeug)Haus-Co-Direktorin Céline Gaillard. Bild: Kunstverein Oberer Zürichsee

Zauberwelten erwachen

Zauberwelten gab es im wahrsten Sinne des Wortes bei der Künstlerin Dubach zu entdecken. Die Materialien sind alle organischen Ursprungs und stammen von Flohmärkten, Brockenhäusern, Mülldeponien und aus Feld und Wald. Dubach formt aus skurrilen Gegenständen originelle Kunstwerke mit tieferem Sinn. So findet man fantasievolle Masken, die an die Luzerner Fasnacht erinnern, eine Uhr, die die Lebenszeit misst, eine überlebensgrosse, weibliche Figur aus Bändern, Garn und Muscheln, die aus dem Wasser auftaucht, um ihren verlorenen Geliebten zu beklagen, oder ein altes ledergebundenes Buch mit einem Schildkrötenkopf – das Buch des Lebens.

Nach längerer Betrachtung erschliesst sich der Sinn des Objektes. Bild: Kunstverein Oberer Zürichsee

Dubach ist überzeugt, dass alle Dinge ihre eigene Geschichte haben. Durch ihre Erzählkraft, Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und spielerischen Umgang mit Dingen trifft die Künstlerin den Puls der Zeit. Ihre Objekte strahlen Magisches und Mystisches aus und erzählen vom Zauber des Verborgenen.

Die Lebensuhr (l.) und das mystische Buch des Lebens der Künstlerin Margaretha Dubach. Bild: Kunstverein Oberer Zürichsee (Collage Linth24)

Nach Anfängen in der Malerei wandte sich Dubach zunehmend der Objektkunst mit Collagen, Buchobjekten und Installationen zu. Ihr Ehemann, der Paartherapeut, Psychiater und Autor Jürg Willi, half ihr beim Vertexten der Werke.

Die Dämonendämmerung

Gleich beim Aufgang trifft man auf eine grosse Figurengruppe: «Die 7 Giganten». An der Vernissage vom 22. Februar 2026 im Kunst(Zeug)Haus erweckte die Tanzcompany LAVA sie in szenischen Sequenzen wieder zum Leben, in Anlehnung an eine Aufführung «Dämonendämmerung», die 1986 im Kunsthaus Zürich stattfand. Gleich daneben sind viele kleine skurrile Figuren zu sehen. Ein Tisch mit Essensresten – «das grosse Fressen» – mit Silberbesteck, Menükarten, verdorrten Früchten und knochigen Fischwesen erinnert an ein surrealistisches Gemälde. Begleitet wird alles von Collagen an den Wänden mit vielen Augen, die alles beobachten. Um sich in die einzelnen Objekte zu vertiefen, lohnt es sich, ein zweites Mal ins Kunst(zeug)haus oder zu einer der zahlreichen Begleitveranstaltungen zu gehen.

  • Führung mit Florian Hürlimann durch die Ausstellung «wohin – woher – womit». Bild: Kunstverein Oberer Zürichsee
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  • Interessante Installation aus «wohin – woher – womit» im Kunst(Zeug)Haus in Rapperswil. Bild: Kunstverein Oberer Zürichsee
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Förderung des Dialogs zwischen Kulturen und Menschen

Florian Hürlimann führte anschliessend durch die Parallelausstellung «wohin – woher – womit». In dieser neu kuratierten Sammlungsausstellung reagieren engagierte Menschen verschiedener Herkunft und Sprachen auf Arbeiten aus der Sammlung Bosshard. Die Bedeutung dieser multisensorischen Ausstellung ist laut Hürlimann der Dialog. «Ausserdem wolle man verschiedene Zugänge zur Kunst bieten.» Gezeigt werden Metallarbeiten, Wolltaschen, Kunstpostkarten und verschiedene Installationen. Viele Begleitanlässe sind geplant, wie «Kunst zum Klingen bringen» (18.10.) oder Kunterbuntes Gestalten im Kinderatelier (28.10.26).

Abgerundet wurde der interessante Abend durch einen feinen Apéro.

Kunstverein Oberer Zürichsee

Kunstverein Oberer Zürichsee / Redaktion Linth24
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