Home Region Sport Schweiz/Ausland Rubriken Agenda
Uznach
22.04.2026
22.04.2026 23:25 Uhr

Trotz Lob: Restaurant Sense muss schliessen

Maximilian Pistor (l.) und Fabian Leu. Trotz bester Küche müssen Sie ihr Restaurant schliessen.
Maximilian Pistor (l.) und Fabian Leu. Trotz bester Küche müssen Sie ihr Restaurant schliessen. Bild: Markus Arnitz, Linth24
Nach nur sieben Monaten ist im Kunsthof Uznach erneut Schluss: Das Restaurant Sense schliesst Ende April. Trotz guter Bewertungen blieb der wirtschaftliche Erfolg aus.

Der Auftakt im September 2025 war selbstbewusst: Mit dem Anspruch «Heimat schmecken, Welt entdecken» wollten Fabian Lau und Maximilian Pistor frischen Wind in den Kunsthof bringen. Leu an der Front und Pistor in der Küche setzten auf eine gehobene Mischung aus regionaler Schweizer Küche und internationalen Einflüssen. In ein paar Tagen ist bereits wieder Schluss. Die Betreiberfirma AAR Gastronomie AG teilte mit, dass sie das Restaurant Sense per Monatsende schliesst. Ein nüchterner Entscheid, welcher wohl nicht ganz leicht fiel.  

Gäste blieben zunehmend aus

Die Gründe liegen auf der Hand und sind seit Jahren typisch für die Branche. Trotz Engagement und laufender Anpassungen habe sich das Konzept langsamer etabliert als erhofft. Besonders ins Gewicht fielen rückläufige Gästezahlen. Betriebswirtschaftliche betrachtet zeigte sich: So lässt sich das Restaurant nicht nachhaltig betreiben. Leu und Pistor steckten Herzblut, Überzeugung und auch beträchtliche Investitionen in das Sense. Für Ernüchterung sorgt, dass das Konzept beim Publikum nicht breiter verfing.

 

  • Die Qualität war immer Top: Vorspeisen im Restaurant Sense. Bild: Markus Arnitz, Linth24
    1 / 6
  • Fabian Leu. Bild: Markus Arnitz, Linth24
    2 / 6
  • Auch der gut sortierte Weinkeller liess keine Wünsche offen. Bild: Markus Arnitz, Linth24
    3 / 6
  • Haute Cuisine zu moderaten Preisen im Sense. Bild: Markus Arnitz, Linth24
    4 / 6
  • Amuse Bouche. Bild: Markus Arnitz, Linth24
    5 / 6
  • Maximilian Pistor (links) und Fabian Leu. Bild: Markus Arnitz, Linth24
    6 / 6

Gute Noten, schwache Frequenz

Was den Fall besonders macht: An der Qualität lag es offenbar nicht. Wer sich durch die Bewertungen klickt, reibt sich fast die Augen. Viele Gäste lobten das Angebot in höchsten Tönen, in Internet-Rezensionen verschiedener Plattformen schwärmen Gäste von «Spitzenklasse» und verglichen die Küche gar mit Gault-Millau-Niveau.  Ein seltener Luxus in dieser Deutlichkeit. Doch gute Kritiken allein füllen bekanntlich keine Tische. Für ein profitables Geschäft entscheidet die Frequenz und die blieb zu tief.

 

Schwieriger Standort mit Geschichte

Mit der Schliessung setzt sich eine bemerkenswerte Serie fort. Seit dem Umbau der Liegenschaft Anfang der 2000er-Jahre ist es bereits der siebte Anlauf im Restaurant des Kunsthofs. Ein Umstand, der Fragen aufwirft. Über Konzept, Standort oder schlicht die Erwartungen.

Der nächste Pächter wird sich diese Geschichte genau anschauen müssen. Und vielleicht auch den Mut haben, ganz neue Wege zu gehen. Eines zeigt sich hier einmal mehr: ein gutes Restaurant zu führen, ist eben nicht nur eine Frage des Geschmacks.

Markus Arnitz, Linth24
Demnächst