Das Sechseläuten hat heuer geliefert, und wie! Punkt 18 Uhr loderten die Flammen auf dem Sechseläutenplatz, nachdem zuvor Tausende Zünfter in historischen Gewändern durch die Stadt gezogen waren – rund 3500 Teilnehmer, begleitet von Pferden, Musik und viel Tradition.
Böögg und Börsenkurs
Die Flammen frassen sich dieses Mal vergleichsweise zügig durch den Holzstoss. Kein zähes Dahinbrennen wie in manchen Jahren zuvor. Kein nervöses Warten über eine halbe Stunde lang, sondern Spannung, ein paar Minuten Zittern – und dann der Knall, begleitet von Hurra-Rufen, Jubel und Klatschen: 12 Minuten und 48 Sekunden. Ein Wert, der in Zürich sofort gedeutet wird wie ein Börsenkurs: eher schnell, eher gut, eher gewinnbringend. Ein älterer Herr mit Zunftabzeichen am Revers sagt trocken: «Das isch guet. Nöd perfekt, aber guet.»