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Fussball
20.04.2026

GC-Chaoten greifen eigenen Teambus an

Zuerst fliegen Pyros aufs Spielfeld. Dann fliegen sie auf den eigenen Teambus.
Zuerst fliegen Pyros aufs Spielfeld. Dann fliegen sie auf den eigenen Teambus. Bild: Screenshot
Nach dem Cup-Aus in Lausanne eskaliert die Situation rund um die Grasshoppers. Pyros fliegen, Vermummte attackieren den eigenen Teambus – der Klub spricht von einer «klar überschrittenen Grenze».

Was sich nach dem Cup-Halbfinal der Grasshoppers bei Stade Lausanne-Ouchy abspielt, ist ein Tiefpunkt in einer ohnehin schwierigen Saison.

Noch während des Spiels überschreitet ein Teil der GC-Kurve mehrfach die Grenzen. Rauchbomben landen auf dem Rasen der Pontaise, Sicherheitskräfte müssen eingreifen.

Frust kippt in Aggression

Nach dem Schlusspfiff folgt die Eskalation. Rund 30 vermummte Personen mit GC-Bezug attackieren den Teambus der Zürcher. Seenotfackeln werden in Richtung des Fahrzeugs geworfen, mindestens eine landet in unmittelbarer Nähe. Ein Vermummter schafft es sogar in den Kabinentrakt, wird jedoch mit Pfefferspray zurückgedrängt.

Sutter anfänglich mit Verständnis

Kurz zuvor zeigt sich Sportchef Alain Sutter noch verständnisvoll für den Fan-Frust. «Natürlich gehören keine Pyros auf den Platz, aber ich kann die Enttäuschung der Fans verstehen. Ich bin froh, ist es nicht noch mehr eskaliert.»

Da weiss Sutter noch nicht, was wenige Minuten später passieren wird.

«Klare Grenze überschritten»

Die Reaktion des Klubs fällt entsprechend deutlich aus. In einer Medienmitteilung schreiben die Grasshoppers: «Wir verstehen den Frust unserer Fans nach der äusserst bitteren Niederlage. Wir sind alle ebenfalls enttäuscht.»

Doch dann folgt die klare Abgrenzung: «Beim versuchten Angriff auf unseren Mannschaftsbus wurde jedoch eine klare Grenze überschritten, ein solches Verhalten ist für uns inakzeptabel.»

Unruhe zur Unzeit

Der Zeitpunkt fällt mitten in den sportlichen Überlebenskampf. Bereits am Samstag empfangen die Grasshoppers den FC Luzern. Es ist der Auftakt in die entscheidende Phase des Abstiegskampfs. Nebenschauplätze kann sich der Rekordmeister kaum leisten.

Zumal Angriffe auf das eigene Team im Schweizer Fussball selten sind. Gerade deshalb wiegt der Vorfall von Lausanne schwer. Und er zeigt: Bei den Grasshoppers brodelt es nicht nur auf dem Platz.

Thomas Renggli
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