Home Region Sport Schweiz/Ausland Rubriken Agenda
Region
16.04.2026
16.04.2026 06:24 Uhr

Die Seekuh zieht an den Genfersee

Muss nun Französisch lernen: Die Seekuh ist auf dem Zürichsee nicht mehr gefragt.
Muss nun Französisch lernen: Die Seekuh ist auf dem Zürichsee nicht mehr gefragt. Bild: Linkedin
Über 40 Jahre war sie auf dem Zürichsee unterwegs, nun verlässt die legendäre «Seekuh» die Region. Das Mähboot des Kantons Zürich wird künftig im Lac Léman eingesetzt – und erhält damit ein zweites Leben.

Am Mittwochmorgen bot sich in Oberrieden ein ungewohntes Bild: Eine Fahrspur der Seestrasse gesperrt, ein grosser Kran bereitgestellt, neugierige Anwohner am Strassenrand. Der Grund: Die «Seekuh», das bekannte Mähboot des Kantons Zürich, wurde verladen und verabschiedet. 

Mähdienst in der Romandie

Nach mehr als 40 Jahren im Einsatz am Zürichsee erhält das Boot eine neue Aufgabe. Die interkommunale Vereinigung Épuration Région Morgienne (ERM) aus der Region Morges hat die Seekuh übernommen. Künftig wird sie im Genfersee Unterwasserpflanzen mähen.

Bessere Wasserqualität

In den 1980er-Jahren war die Seekuh noch während rund zwei Monaten pro Jahr im Einsatz. Zuletzt waren es nur noch zwei Tage jährlich. Der Grund: Die Wasserqualität im Zürichsee hat sich deutlich verbessert. Früher gelangten Phosphate aus Waschmitteln ins Wasser und förderten das Wachstum von Unterwasserpflanzen. Heute ist das nicht mehr der Fall – die Seekuh wurde zunehmend überflüssig.

Die Seekuh grast künftig im Lac Léman. Bild: Linkedin

Vom Dauerbetrieb zum Rentnerdasein

Im Herbst 2025 wurde das Boot deshalb ausser Betrieb genommen. Schon die damalige Ausmusterung sorgte für grosse Emotionen unter der Bevölkerung am Zürichsee.

Ein emotionaler Abschied

Für viele Menschen war die Seekuh mehr als nur ein Arbeitsboot. «Sie war ein Symbol für den Zürichsee», sagt der ehemalige Kapitän Jonas Maurer gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Entsprechend emotional fiel der Abschied aus, als das türkise Boot langsam per Kran auf einen Tieflader gehoben wurde.

Mit einer blau-weissen Fahne ausgerüstet, trat die Seekuh ihre Reise nach Morges an. Dort darf sie künftig weiter tuckern – und schreibt ein neues Kapitel, diesmal am Lac Léman.

Thomas Renggli
Demnächst