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Kanton
13.04.2026
13.04.2026 17:08 Uhr

Kanton hofft auf drei Bahnprojekte

Am Walensee, wo auch internationale Züge wie der ICE fahren, soll die Schliessung der Doppelspurlücke mehr Fahrplanstabilität bringen. (Symbolbild)
Am Walensee, wo auch internationale Züge wie der ICE fahren, soll die Schliessung der Doppelspurlücke mehr Fahrplanstabilität bringen. (Symbolbild) Bild: Nelso Silva from Porto, Portugal (CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons)
Um den Schweizer Bahnausbau herrscht ein Verteilkampf zwischen Regionen. Der Bundesrat entscheidet bald, was bis 2045 umgesetzt wird. Der Kanton St.Gallen hofft auf drei Vorhaben.

Anfang März hat die Ostschweizer Regierungskonferenz eine Erweiterung der aktuellen Verkehrsplanung beim Bund gefordert. Es brauche aufeinander abgestimmte regionale Teilstrategien. Was aber sind die konkreten Wünsche aus dem Kanton St.Gallen? Gegenüber Keystone-SDA gibt Patrick Ruggli, Leiter des Amtes für öffentlichen Verkehr, Auskunft.

Patrick Ruggli, welches sind die drei wichtigsten Projekte für den Bahnausbau im Kanton St.Gallen, von denen man hofft, dass sie im Juni in der Vorlage des Bundesrats enthalten sind?
Dazu gehört die Leistungssteigerung der Bahnhöfe St.Gallen und Rorschach. Diese Infrastrukturen dienen dem Ausbau der S-Bahn St.Gallen und der Durchbindung einer halbstündlichen internationalen S-Bahn nach Österreich. Heute ist ein Umsteigen in St.Margrethen erforderlich.

Das zweite Projekt ist die Schliessung der Doppelspurlücke zwischen Rorschach und Rorschach Stadt. Aktuell gibt es dort einen ungünstigen, kapazitäts- und stabilitätsreduzierenden Engpass – auch für den internationalen Verkehr. Die Schliessung dieser Lücke muss rasch angegangen werden, weil sie bereits heute notwendig wäre, um die Stabilität zu erhöhen.
Beim dritten Vorhaben handelt es sich um die Doppelspur Tiefenwinkel Mühlehorn am Walensee. Damit kann die einzige Doppelspurlücke auf dieser Achse eliminiert werden. Dort verkehren internationale und nationale Fernverkehrszüge, S-Bahnen und Güterzüge. Mit einer Doppelspur wird die Fahrplanstabilität erhöht, die Anschlusssituation für den Interregio oder den Intercity in Sargans entschärft und eine Restriktion in der Planung des Fahrplans eliminiert.

Für den Bau des Brüttenertunnels haben die Vorarbeiten bereits begonnen. Damit verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Winterthur und Zürich um acht Minuten. Ist dies nicht ein grosser Vorteil für die Verbindung zwischen St.Gallen und Zürich?
Der Bau des Brüttenertunnels und damit die Kapazitätserhöhung zwischen Zürich und Winterthur ist für die Ostschweiz und damit für St.Gallen das zurzeit wichtigste Bahnprojekt. Damit kann das Fernverkehrsangebot Richtung Ostschweiz weiter verbessert werden. Die Ostschweizer Kantone fordern, dass mit der Inbetriebnahme des Tunnels die Fahrzeit zwischen Zürich und St.Gallen unter 60 Minuten liegt und der internationale Fernverkehr auf der Achse zwischen Zürich und St.Margrethen ausserhalb des schweizerischen Taktsystems verkehrt.

Was war bisher eigentlich das wichtigste Projekt im Bahnausbau im Kanton St.Gallen, das bereits realisiert worden ist?
Die wichtigsten Projekte in den letzten Jahren waren die Durchmesserlinie Zürich mit der Einführung des St.Galler Sprinters und damit den Neigezügen mit unter einer Stunde Fahrzeit zwischen Zürich und St.Gallen. Beim anderen Vorhaben handelt es sich um die Doppelspuren im Rheintal für die Einführung des Halbstundentakts des Interregios zwischen Sargans und St.Gallen.

Keystone-SDA / Redaktion Linth24
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