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Schweiz
04.04.2026
04.04.2026 20:08 Uhr

Osterhase ist da – Feldhase verschwindet

Der Feldhase steht exemplarisch für den Rückgang der Arten im Schweizer Kulturland.
Der Feldhase steht exemplarisch für den Rückgang der Arten im Schweizer Kulturland. Bild: Michael Gerber
Der Feldhase ist in der Schweiz stark rückläufig, vor allem wegen fehlender Lebensräume. Die Statistiken zeichnen ein dramatisches Bild.

Der Feldhase war in der Schweiz lange weit verbreitet. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Bestände jedoch deutlich gesunken. Wie Birdlife Schweiz schreibt, zeigen Zahlen aus dem Kanton Genf diese Entwicklung exemplarisch: Während in den 1960er Jahren noch rund 60 Tiere pro Quadratkilometer gezählt wurden, lag die Dichte 1991 bei knapp 5 und 2020 bei etwas mehr als 2 Individuen pro Quadratkilometer.

Der Rückgang stehe stellvertretend für die Situation vieler Arten im Kulturland, deren Lebensbedingungen sich stark verändert hätten.

Lebensraum wird knapper

Feldhasen bevorzugen offene, strukturreiche Landschaften. Dazu gehören Flächen mit Hecken, Feldgehölzen, Brachen und anderen Rückzugsräumen. Solche Strukturen sind gemäss Birdlife in der heutigen Landwirtschaft vielerorts selten geworden.

Die Intensivierung der Nutzung sowie die Vereinheitlichung von Anbauflächen würden dazu führen, dass geeignete Lebensräume zunehmend fehlen. Dies wirke sich nicht nur auf den Feldhasen aus, sondern auch auf zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten.

Geringer Anteil an Biodiversitätsflächen

Ein wichtiger Faktor für die Artenvielfalt im Kulturland ist der Anteil sogenannter Biodiversitätsförderflächen (BFF). Auf Ackerflächen liegt dieser Anteil gemäss Birdlife schweizweit bei unter 2 Prozent.

Verschiedene Förderinstrumente bestünden zwar, doch stünden sie teilweise in Konkurrenz zu anderen Subventionen der Landwirtschaft. Dadurch bleibe die Umsetzung von biodiversitätsfördernden Massnahmen begrenzt.

Regionale Unterschiede

In einigen Regionen mit höherem Anteil an Biodiversitätsförderflächen zeigt sich ein anderes Bild. Gebiete wie die Champagne genevoise, das Grosse Moos oder der Klettgau weisen teils deutlich höhere Feldhasendichten auf, häufig über 15 Tiere pro Quadratkilometer. Lokal seien dort in den letzten Jahren sogar wieder Zunahmen beobachtet worden.

Projekte und agrarpolitischer Kontext

Organisationen wie BirdLife Schweiz weisen auf den Handlungsbedarf hin und setzen sich für Anpassungen in der Agrarpolitik ein. In verschiedenen Regionen werden konkrete Projekte umgesetzt, unter anderem am Farnsberg, im Grossen Moos oder in der Ajoie. Ziel ist es, wirksame Massnahmen gemeinsam mit der Landwirtschaft zu erproben und umzusetzen.

Im Fokus stehen dabei neben dem Feldhasen auch weitere Arten des Kulturlands. Die langfristige Entwicklung hängt jedoch wesentlich von den agrarpolitischen Rahmenbedingungen ab.

Der Feldhase bleibe ein Indikator für den Zustand der Biodiversität im Kulturland, so Birdlife. Seine Bestandsentwicklung zeige, wie stark Veränderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung auf die Tierwelt wirken können.

Fachleute sehen insbesondere in einer stärkeren Förderung von strukturreichen Lebensräumen einen zentralen Ansatz, um den Rückgang zu bremsen.

Zürioberland24/gg
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