Home Region Sport Schweiz/Ausland Rubriken Agenda
Region
19.03.2026
19.03.2026 20:01 Uhr

Linda Fäh: Zurück zu den Wurzeln

Linda Fäh beim Interview zum Video-Dreh ihrer ersten Mundart-Single «I mim chline Dorf».
Linda Fäh beim Interview zum Video-Dreh ihrer ersten Mundart-Single «I mim chline Dorf». Bild: Markus Arnitz
Ein Musikvideo im eigenen Dorf, ein Mundart-Album und ein Leben zwischen Bühne und Familie: Linda Fäh spricht mit Linth24 über Heimat, Wandel und neue Prioritäten.

Ein Heimspiel mit viel Gefühl: Für ihr neues Musikvideo kehrt die Künstlerin Linda Fäh nach Benken zurück. Dorthin, wo ihre Wurzeln liegen. Im Gespräch erzählt sie, warum sie neu Mundart singt, wie sie Familie und Karriere vereint und weshalb gerade die kleinen Momente den grössten Einfluss auf ihre Musik haben.

Linth24: Linda, Dein erstes Mundart-Video wurde in Benken gedreht. Wie ist das für dich – zu Hause zu drehen und nicht in St. Moritz oder Zürich?
Linda Fäh: Es ist wunderschön. Es fühlt sich echt und authentisch an. Für mich ist das wirklich Heimat, ich fühle mich hier zu Hause. Ich treffe überall bekannte Leute, wenn ich für das Musikvideo unterwegs bin. Man spürt sofort die Unterstützung vom ganzen Dorf. Ich habe alles selbst organisiert, zusammen mit meinem Team, weil ich die Leute hier natürlich am besten kenne. Ich habe im Voraus alle persönlich angefragt, ob sie mitmachen würden.

Zum Beispiel Marco Beer, ein ehemaliger Nachbar von mir, der den Oldtimer-Traktor gefahren ist. Oder auch der Bauernhof von Peter Kühne wo wir unglaublich herzlich empfangen wurden. Das erinnert mich fast an 2009, als ich Miss Schweiz wurde und ebenfalls so herzlich aufgenommen wurde.

Wieso jetzt Mundart? Was ist die Motivation, plötzlich Dialekt zu singen?
Das ist ein Prozess, der sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Als Künstlerin habe ich immer den Anspruch, mich weiterzuentwickeln. Nach über 15 Jahren im Musikbusiness, mit starkem Fokus auf Deutschland und Songwriting, hat sich vieles verändert. Vor allem in den letzten drei Jahren, seit ich Mutter geworden bin. Ich bin viel mehr bei mir selbst angekommen. Heimatverbundenheit und Bodenständigkeit haben für mich einen ganz neuen Stellenwert bekommen.

Diese festen Mami-Tage jede Woche erden mich extrem. Sie zeigen mir, was das echte Leben ausmacht. Zum Beispiel, wenn ich mit meinem Kind durchs Dorf gehe und wir plötzlich einen Vogel oder einen Schmetterling beobachten. All diese Eindrücke haben mich dazu gebracht zu sagen: Ich möchte auch musikalisch ganz in der Schweiz ankommen.

 

««Seit ich Mutter geworden bin, bin ich viel mehr bei mir selbst angekommen.»»
Linda Fäh

Was fliesst aus Deinem Alltag in Deine Lieder?
Ich bin ländlich, in Benken, aufgewachsen, das prägt mich. Auch mein Sohn bringt neue Einflüsse hinein. Wenn er bei meinen Eltern ist, hört er zum Beispiel sehr gerne Volksmusik. Das sind alles Dinge, die ich plötzlich viel bewusster wahrnehme. Ich merke: Das bin auch ich. Und vielleicht sogar noch mehr ich als früher. Aus einer ersten Idee, ein oder zwei Mundart-Songs auszuprobieren, ist inzwischen ein ganzes Album entstanden.

Ich kenne mittlerweile alle zwölf Titel sehr gut, habe viele davon schon eingesungen. Diese neue musikalische Richtung ist für mich sehr stimmig und ich freue mich, sie Schritt für Schritt mit anderen zu teilen.

Du bist Mutter und Künstlerin. Wie bringst du das unter einen Hut?
Die grösste Herausforderung ist tatsächlich die Organisation. Ich habe aber eine enorme Unterstützung, vor allem hier im Dorf. Meine Familie lebt in der Nähe, meine Eltern helfen viel mit. Auch spontan, wenn ich einmal mehr Zeit brauche. Ich habe fixe Mami-Tage unter der Woche. Mein Mann unterstützt mich ebenfalls sehr. Wir teilen uns das gut auf, gerade auch an Wochenenden, wenn ich auf der Bühne stehe. Wichtig ist ein starkes Umfeld: Familie, Freunde, ein gutes Team. Und auch Verständnis, etwa wenn man sich einen Monat lang kaum sieht, weil gerade alles sehr intensiv ist.

Wie wichtig sind Sponsoren für solche Projekte?
Sie sind extrem wichtig geworden. Früher konnte man mit CD-Verkäufen deutlich mehr verdienen, heute bringt Streaming fast nichts mehr. Deshalb sind Partnerschaften und Unterstützer entscheidend und werden immer wichtiger.

Die Zusammenarbeit mit der Raiffeisen ist besonders schön, weil sie langfristig angelegt ist. Schon beim Dorffest im letzten Sommer gab es erste Berührungspunkte. Dort hatte ich nach 15 Jahren wieder einen musikalischen Auftritt in Benken. Das war etwas ganz Besonderes. Man hat gespürt, wie sehr das Dorf hinter mir steht. Diese Bodenständigkeit und Regionalität passen einfach zusammen. Ich hatte damals schon die Idee für den Song «I mim chline Dorf». Mit dieser Idee bin ich auf Raiffeisen zugegangen und sie waren sofort begeistert. Die Zusammenarbeit geht weiter: Am 8. Mai werde ich auf der Bühne stehen und das Video erstmals zeigen. Dass ich diese neue musikalische Reise zu Hause starten darf, macht mich unglaublich stolz.

««Partnerschaften und Unterstützer sind entscheidend und werden immer wichtiger.»»
Linda Fäh

Wie entstehen deine Songs?
Die Themen kommen direkt aus dem Leben. Ideen tauchen auf, und ich schreibe sie sofort auf. Danach bespreche ich sie mit meinem Team und meinen Songwritern. Ich bringe meine Erfahrungen aus 15 Jahren mit ein und überlege mir, worüber ich wirklich singen möchte. Dann beginnt ein intensiver Prozess: Wir schreiben, komponieren, tauschen uns aus, oft über Monate hinweg, jede Woche. So entwickeln sich die Songs Schritt für Schritt.

Linda, herzlichen Dank für das Gespräch. Die Redaktion wünscht Dir den besten Erfolg für die Mundart-Single und das Album. Am 8. Mai sehen wir uns wieder zur Premiere Deines Videos.

Markus Arnitz
Demnächst