Beide Städte sind von steigenden Mieten und wachsenden Kaufpreisen betroffen, allerdings unterscheiden sich Ausgangslage, Dynamik und absolute Beträge erheblich.
Kosten, Einkommen und Erreichbarkeit im Zusammenspiel
Zürich kontert mit starken Einkommen. Durchschnittlich rund 90'000 CHF pro Jahr sorgen dafür, dass das hohe Preisniveau zumindest teilweise getragen werden kann. Dennoch verschlingen Wohnkosten einen erheblichen Anteil des Budgets. Hohe Löhne heben die Ausgaben nicht auf, sie machen sie lediglich tragfähig.
St. Gallen gilt insgesamt als rund 27 Prozent günstiger. Dieser Unterschied zeigt sich vor allem bei den Wohnkosten, wirkt sich jedoch auch auf den Alltag aus. Gleichzeitig investiert die Stadt in neue Quartiere und Wohnraumkonzepte. Das verändert das Image. Aus der ehemaligen Alternative wird zunehmend eine bewusste Entscheidung.
Ein häufiges Argument betrifft die Distanz zum Flughafen Zürich. Rund 75 Kilometer klingen nach viel, in der Praxis sind es etwa 56 Minuten mit dem Auto oder knapp eine Stunde mit dem Direktzug. Für Autofahrer lassen sich Parkmöglichkeiten über Plattformen wie Parkos ganz einfach finden. Die internationale Anbindung bleibt somit erreichbar, ohne zwingend in der teuersten Stadt des Landes wohnen zu müssen.
So stark sind die Mietpreise in St. Gallen und Zürich tatsächlich gestiegen
In Zürich liegen die Angebotsmieten 2025 im Schnitt bei rund 565 CHF pro Quadratmeter im Jahr, der Median beträgt etwa 497 CHF. Diese Kennzahlen geben den Ton am Markt an. Im Grossraum Zürich kletterten die Mieten zuletzt um rund 4,4 Prozent. Auf diesem Niveau bedeutet selbst ein scheinbar moderater Anstieg schnell mehrere Hundert Franken pro Jahr.
St. Gallen bewegt sich ebenfalls nach oben, allerdings ruhiger. 2024 stiegen die Mietpreise im Kanton um etwa 3,5 Prozent. Eine 4-Zimmer-Wohnung liegt im Schnitt bei ungefähr 2'300 CHF pro Monat. Dieser Betrag bleibt spürbar unter dem, was in Zürich für vergleichbare Flächen verlangt wird.
Die Dynamik erklärt sich aus der wirtschaftlichen Konzentration. Zürich bündelt Banken, Tech Unternehmen, internationale Konzernzentralen und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Das erzeugt Druck auf dem Wohnungsmarkt. In St. Gallen ist die Nachfrage solide, jedoch weniger aufgeheizt. Neubauprojekte und städtebauliche Entwicklungen sorgen dafür, dass Angebot und Nachfrage nicht völlig auseinanderlaufen.
Kaufpreise im Vergleich – so gross ist der Abstand bei Eigentum wirklich
Beim Eigentum wird der Unterschied noch deutlicher. In Zürich liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohnungen bei rund 16'700 CHF. In einzelnen Lagen wurden zuletzt Zuwächse von 13 bis 16 Prozent gemeldet.
Selbst eine moderate Steigerung von 3 oder 4 Prozent führt bei diesem Ausgangsniveau zu erheblichen Mehrkosten. Ein paar Prozentpunkte wirken klein, sie multiplizieren sich jedoch mit fünfstelligen Quadratmeterpreisen und das gilt für die ganze Schweiz.
St. Gallen bleibt deutlich darunter. Häuser verteuerten sich im letzten Jahr um rund 2,3 Prozent, Wohnungen um 3,2 bis 3,9 Prozent. Der Quadratmeter bewegt sich im Bereich von 8'000 bis 9'000 CHF. Langfristig betrachtet haben beide Städte eine beeindruckende Wertentwicklung hinter sich.
Es kann sich durchaus lohnen ausserhalb zu wohnen und dann Dienste wie Parkos zu nutzen, um bequem und schnell einen Parkplatz zu finden, denn in 25 Jahren stiegen die Preise um 80 bis 190 Prozent. Zürich ist deutlich kapitalintensiver und St. Gallen wirkt dadurch für viele Haushalte planbarer.