Hinter jeder seltenen Diagnose steht eine Familie. Und hinter jeder Familie stehen Eltern, die funktionieren müssen – selbst dann, wenn sie innerlich längst am Ende ihrer Kräfte sind.
Die aktuelle Online-Umfrage des Fördervereins für Kinder mit seltenen Krankheiten (KMSK) bei 910 Befragten zeichnet ein alarmierendes Bild: Die psychische Belastung der Eltern ist hoch, die Unsicherheit allgegenwärtig – und die strukturelle Unterstützung unzureichend.
Unzählige Jahre, Tage und Nächte
Eine seltene Krankheit zu diagnostizieren, dauert oft Jahre. Jahre voller Angst, Hoffen, Warten. «Jahre, in denen Eltern zwischen Arztterminen, Untersuchungen und widersprüchlichen Einschätzungen leben», schreibt der Förderverein in seiner Mitteilung.
78 Prozent der Befragten geben laut KMSK an, ihre aktuelle psychische Belastung als mittel bis hoch zu empfinden. Fast die Hälfte lebt seit über sechs Jahren mit der Diagnose Seltene Krankheit – andere stecken noch mitten im zermürbenden Diagnoseprozess.
Besonders die Zeit vor der Diagnose werde als extrem belastend beschrieben. Einige Eltern berichten von depressiven Symptomen, von völliger Überforderung. Selbst nach der Diagnose bleibe die Unsicherheit: Wie entwickelt sich die Krankheit? Welche Zukunft erwartet unser Kind? Wie lange halten wir das durch?