«Haben wir nicht gerade erst abgestimmt? Das Resultat der Abstimmung 2022 war klar, auch unter Berücksichtigung, dass einer ganz massiven, teuer bezahlten Prokampagne keine Gegenkampagne gegenüberstand. Das Resultat der Volksabstimmung war für viele überraschend, offenbar aber nicht für die Regierungen, sie zauberten bereits am Abend nach Bekanntgabe des negativen Volksentscheids ihren Plan zur Umgehung der Abstimmungsniederlage in die Mikrofone und in die Kameras.
Seither laufen die elitären Kampagnenbüros auf Hochtouren, um mit der ganzen Bandbreite der zur Verfügung stehenden Werbemassnahmen die damalige Niederlage in den endgültigen Sieg umzumünzen. Wie können Regierungen so weit von der Bevölkerung agieren? So auch unser St. Galler Volkswirtschaftsdirektor Regierungsrat Tinner an der Medienkonferenz des WilWest-Pro-Komitees.
Tinner wird im Tagblatt wie folgt zitiert: «Der Kartoffelertrag lasse sich bildlich als Stapel Tausendernötli von 20 Zentimetern darstellen, währenddem die Wertschöpfung des Wirtschaftsareals bis zur Höhe des St.Galler Rathauses reiche.» So reden sonst geldverwöhnte, überhebliche, vor allem internationale Banker! Aber hier spielt der Volkswirtschaftsdirektor mit seinem Vergleich die ländliche Bevölkerung und deren Wirtschaftskraft an die Wand, um im Gegenzug der geballten Finanzkraft der Immobilienbranche und Finanzwirtschaft zu huldigen.
Hinter vorgehaltener Hand wird in Thurgauer Immobilienbüros von schlechter Verhandlungsführung gesprochen. Die Rede ist von einer Abgabe zum Spottpreis. Eine derart «goldige Immobilie» zu diesen Konditionen herzugeben, sei kaum nachvollziehbar und lasse Fragen zur Sorgfalt und Verantwortung der Verhandlungspartner offen. Für mich ist auf Grund diese Ausgangslage klar, Kulturlandschutz kommt vor Spekulationsgewinn, fruchtbare Äcker vor Betontürmen.
Mein Nein bleibt ein Nein!»