«Der Toggenburger Kantonsrat Christian Vogel arbeitet in seinem Leserbrief vom 04.02.2026 auf linth24.chmit grossen Bildern – «alter Wein», «Kuhhandel, und «Millionenschweiz» – und mit Zahlen, die erstaunen. Gerade deshalb braucht es bei WILWEST Klarheit. Denn mit dieser 2. Chance steht sehr viel auf dem Spiel: Kulturland, Arbeitsplätze, Verkehr und die Zukunftsfähigkeit unserer Grossregion.
Erstens: «Alter Wein» ist falsch. WILWEST wurde nach 2022 nicht einfach wieder hervorgeholt, sondern stark überarbeitet und optimiert – über Partei- und Kantonsgrenzen hinweg. Das Projekt ist das Ergebnis eines fairen Dialogs mit der Politik, in dem sich die Landwirtschaft auch intensiv eingebracht hat. Der grösste Teil der geforderten Optimierungsmassnahmen wurden umgesetzt. Das ist keine Wiederholung, sondern eine reifere Lösung, die eine zweite Chance verdient.
Zweitens: «Der Preis wurde auf Anweisung tief gerechnet» ist eine Behauptung – und bleibt unbelegt. Die Bewertung wurde von renommierten, unabhängigen Fachleuten vorgenommen. Wer unterstellt, hier sei politisch «angeordnet» worden, den Preis zu drücken, muss das belegen. Zudem muss sauber unterschieden werden, was bewertet wird: Bei solchen Projekten ist es üblich, dass innerhalb eines Areals unterschiedliche Bodenwerte gelten – beispielsweise Bauland mit rund 256 Franken pro Quadratmeter und Flächen für Strassen/Verkehr mit rund 6 Franken pro Quadratmeter. Das ist keine Trickserei, sondern gängige Praxis.
Drittens: «Die Kompensation ist ein Papiertiger» ist falsch. Das Kulturland geht nicht verloren – es zügelt. Es wird kompensiert, damit es weiterhin Ertrag bringt, und zwar dort, wo Landwirtschaft Sinn macht: fernab von Autobahn und Pneustaub. Denn fruchtbares Ackerland braucht keinen Autobahnanschluss. Unternehmen, Gewerbe, Arbeitsplätze – und auch die Verkehrslenkung – brauchen ihn. Genau darum wird Entwicklung gebündelt und die Landwirtschaft gleichzeitig gesichert.
Viertens: «Es gibt viel freies Gewerbeland» stimmt so nicht. Wirklich verfügbare Flächen sind knapp; weniger als 10 Prozent sind tatsächlich verfügbar. Wer Unternehmen, Lehrstellen und Wertschöpfung in der Region halten will, muss realen Raum bieten – nicht theoretische Reserven.
Und Fünftens: Das «10-Millionen-Schweiz»-Argument von Herr Vogel ist rhetorisch stark, aber hier ein Ablenkungsmanöver. WILWEST für die Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz verantwortlich zu machen, ist wie Kühe allein für den Klimawandel verantwortlich zu machen: Es vereinfacht ein grosses Thema – und löst kein einziges Problem.
Als Vorstandsmitglied der «Wirtschaft Region Wil» sehe ich täglich: Betriebe suchen Fachkräfte und brauchen Perspektiven und Planungssicherheit. WILWEST ist eine Lösung für LandwirtSCHAFT und WirtSCHAFT: Das Land zügelt – und Zukunft kann entstehen. Nicht überall ein bisschen, sondern einmal richtig – am richtigen Ort, mit Autobahnanschluss!
Deshalb: Klarheit statt Stimmung – und am 8. März JA zu WILWEST stimmen.