Metalle sind vielseitige Werkstoffe und begleiten uns durch den Alltag, sei es als grosse Bauelemente oder winzige Komponenten in unseren elektronischen Geräten, als robuste Werkzeuge oder als eleganter Schmuck. Bei den meisten Anwendungen liegen Metalle in einer geordneten kristallinen Struktur vor, die sie beim Erstarren aus der Schmelze fast immer annehmen.
Doch was passiert, wenn sich Metallatome einmal nicht in klaren Mustern anordnen? Kühlt man bestimmte Legierungen sehr schnell aus der Schmelze ab, erstarren sie in einer «ungeordneten» – amorphen – Struktur, die derjenigen von Glas ähnelt. Deshalb werden solche amorphen Metalle auch als «metallische Gläser» bezeichnet, wie die Empa in ihrer Mitteilung schreibt.
Der heilige Gral der Metallurgie
Metallische Gläser sind so etwas wie der heilige Gral der Metallurgie. «Sie sind hart wie Quarzglas, und ihre glatte Oberfläche ist besonders widerstandsfähig gegen Kratzer und Korrosion. Ganz anders als Glas sind metallische Gläser aber elastisch und kehren nach Verformungen eher in ihre Ursprungsform zurück als gewöhnliche Metalle», so Empa. Das mache sie zu einem begehrten Material für Anwendungen in der Medizin und in der Weltraumtechnologie.
Die Knacknuss am Ganzen sei indes die Herstellung der metallischen Gläser, denn die meisten Metalle «wollen» am liebsten ihre natürliche kristalline Form annehmen. «Vor allem bei der Herstellung von grösseren Komponenten ist es schwierig, die amorphe Struktur zu behalten», sagt Empa-Forscher Damien Terebenec, der am Empa-Zentrum für Röntgenanalytik an metallischen Gläsern forscht.