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Rapperswil-Jona
30.01.2026
31.01.2026 20:50 Uhr

Warnung vor falscher Sicherheit

Divisionär Rolf Siegenthaler (r.), führt die Logistikbasis der Armee. Brigadier Meinrad Keller (l.), abtretender Kdt der Logistikbrigade 1.
Divisionär Rolf Siegenthaler (r.), führt die Logistikbasis der Armee. Brigadier Meinrad Keller (l.), abtretender Kdt der Logistikbrigade 1. Bild: Markus Arnitz
Rund 1000 Teilnehmende verfolgten den Jahresrapport der Logistikbrigade 1 in Rapperswil. Brigadier Meinrad Keller übergab dabei das Kommando und warnte vor Sicherheitsrisiken.

Der Jahresrapport der Logistikbrigade 1 lockte am Freitag rund 1000 Angehörige der Armee (AdA) sowie Gäste ins ENTRA Rapperswil. Für Brigadier Meinrad Keller war es zugleich ein bedeutender Abschied: Nach vier Jahren an der Spitze der Brigade übergibt er das Kommando per 1. Februar 2026 an Oberst i Gst Daniel Aeschbach. Keller übernimmt neu die Funktion als Kommandant der Generalstabsschule.

In seiner Rede liess Keller keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der aktuellen Sicherheitslage. Gestützt auf Einschätzungen des Nachrichtendienstes zeichnete er ein realistisches Bild der politischen und militärischen Situation in Europa und deren Auswirkungen auf andere Kontinente. Besonders eindringlich warnte er vor falscher Sicherheit: Eine tiefe Schuldenquote halte keinen Aggressor davon ab, die Schweiz anzugreifen. Eine glaubwürdige Abschreckung funktioniere nur mit einer vollständig ausgerüsteten, durchhaltefähigen Armee.

  • Brigadier Keller salutiert vor der Fahne. Das Salutieren ist Ausdruck von Respekt gegenüber Staat, Verfassung und Gemeinschaft. Bild: Markus Arnitz
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  • Brigadier Meinrad Keller: letzter Jahresrapport als Kdt der Logistikbrigade 1 Bild: Markus Arnitz
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  • Barbara Dillier, Stadtpräsidentin Rapperswil-Jona. Bild: Markus Arnitz
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  • Übersicht der Einheiten, Logistikbrigade 1 Bild: Markus Arnitz
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  • Jahresrapport Logistikbrigade 1 am 30. Januar 2026 im ENTRA Rapperswil Bild: Markus Arnitz
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Appell an die Politik

Keller nahm dabei auch die aktuellen sicherheitspolitischen Diskussionen in Bundesbern auf. Ohne rasche Investitionen drohe der Armee ein gefährlicher Fähigkeitsverlust. Die Sicherheit und letztlich die Freiheit der Schweiz seien ohne ausreichende finanzielle Mittel nicht langfristig gewährleistet.

Mit seinem Wechsel an die Generalstabsschule wird Keller künftig für die Ausbildung der künftigen Generalstabsoffiziere verantwortlich sein. Damit dürfte er seine sicherheitspolitischen Anliegen auf strategischer Ebene weiter einbringen können. Der 61-Jährige verfügt über ein Studium der Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Bern und gilt als ausgewiesener Kenner sicherheitspolitischer Zusammenhänge.

Internationale Perspektiven

Der Jahresrapport bot auch eine breite fachliche Diskussion. Divisionär Rolf André Siegenthaler, Chef der Logistikbasis der Armee, sowie Divisionär Simon Müller, Chef Kommando Cyber, beleuchteten in einer Podiumsdiskussion die Herausforderungen moderner Armeelogistik und der Cybersicherheit.

Einen internationalen Blickwinkel brachte der finnische Verteidigungsattaché Oberst Jukka Petri Mälkki ein. Er zeigte auf, wie sich Finnland konsequent auf mögliche militärische Bedrohungen vorbereitet. Mit dem Leitsatz «National defence is everybody’s business» betonte er die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Landesverteidigung.

  • Brigadier Meinrad Keller setzt nicht nur Prioritäten im Dienst, sondern auch im Leben. Am Jahresrapport mit einer Liebeserklärung an seine Frau Barbara Keller-Inhelder (l.) Bild: Markus Arnitz
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  • Divisionär Rolf André Siegenthaler (l.); Kantonsrat René Bühler (SG) Bild: Markus Arnitz
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  • Jahresrapport Logistikbrigade 1 am 30. Januar 2026 im ENTRA Rapperswil Bild: Markus Arnitz
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  • Stadtpräsidentin Barbara Dillier im Gespräch mit dem finnischen Verteidigungsattaché Oberst Jukka Petri Mälkki. Bild: Markus Arnitz
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  • Logo der Logistikbrigade 1 Bild: Markus Arnitz
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  • Jahresrapport Logistikbrigade 1 am 30. Januar 2026 im ENTRA Rapperswil Bild: Markus Arnitz
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Wechsel an der Spitze

Mit Oberst i Gst Daniel Aeschbach übernimmt ein erfahrener Offizier das Kommando der Logistikbrigade 1. Der bisherige Kommandant des Kompetenzzentrums Veterinärdienst und Armeetiere wird gleichzeitig zum Brigadier befördert.

Zum dritten Mal wurde zudem der ILDA-Award verliehen. Die Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten innerhalb der Brigade, die die Werte Integrität, Loyalität, Diversität und Agilität besonders vorbildlich leben.

Mit dem Kommandowechsel endet für die Logistikbrigade 1 eine prägende Phase. Gleichzeitig unterstrich der Rapport in Rapperswil, dass die Bedeutung einer funktionierenden Armeelogistik angesichts der geopolitischen Spannungen weiter wächst.

 

  • Brigadier Keller sprach am Jahresrapport der Logistikbrigade 1 zur politischen und militärischen Lage in Europa. Bild: Markus Arnitz
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  • Div Siegenthaler und Div Müller diskutierten über Logistik und Cybersicherheit. Bild: zVfg
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  • Brigadier Keller übergibt das Kommando der Logistikbrigade an Oberst i Gst Aeschbach. Bild: zVfg
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  • Oberst i Gst Aeschbach übernimmt ab 1. Feb das Kommando über die Logistikbrigade. Bild: zVFg
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  • Oberst i Gst Aeschbach richtet sich das erste mal an das Kader der Logistikbrigade. Bild: zVfg
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  • Der finnische Verteidigungsattaché, Oberst Jukka Petri Mälkki, gibt Einblicke in die finnische Landesverteidigung. Bild: zVfg
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Markus Arnitz
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