Warum soll die Bevölkerung am 8. März JA zu WILWEST stimmen?
Aktuell hören wir beinahe täglich von wirtschaftlichen Entwicklungen, die uns Sorge machen sollten. Handelskonflikte sind auf der Tagesordnung. Die St.Galler Wirtschaft schwächelt und braucht neue Impulse, damit wir auch langfristig unseren Wohlstand und unsere Wirtschaftskraft erhalten können. Mit einem JA zu WILWEST schaffen wir St. Gallerinnen und St. Gallen die Grundlage für Investitionen in der Ostschweiz, schaffen Arbeitsplätze und ermöglichen einen nachhaltigen Lebens- und Arbeitsraum für künftige Generationen.
Die Vorlage WILWEST wurde im Vergleich zu 2022 verbessert – was wurde optimiert?
2022 scheiterte das Projekt, weil der Landverbrauch kritisiert und die Nachhaltigkeit zu wenig berücksichtigt wurde. In enger Abstimmung mit allen Fraktionen und mit der Landwirtschaft konnte das Projekt verbessert werden. 90 Prozent der Kritikpunkte wurden aufgenommen und sind in der Vorlage einbezogen, die nun zur Abstimmung vorliegt. Es wurden Akzente bei der Nachhaltigkeit gesetzt. Das Parken findet neu im Untergeschoss statt. Das Mobilitätskonzept denkt ÖV, Auto- und Langsamverkehr gemeinsam, und sorgt endlich für die dringende Verkehrsentlastung der Stadt Wil. Zudem macht der Kanton St. Gallen neu in der Region Wil freiwillig Bodenverbesserungen im Wert von 3.8 Millionen Franken. Diese kommen direkt der regionalen Landwirtschaft zugute.
WILWEST ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Projekt auf Kritik eingeht, diese ernst nimmt und Verbesserungen umsetzt.
Die Gegner argumentieren, der Verkaufspreis sei zu tief. Was sagen Sie dazu?
Die Gegner bringen einen angeblichen Verkaufspreis von 53 Franken pro Quadratmeter ins Spiel, ohne zu erklären, wie sie darauf kommen. Wer den Verkaufspreis von 20 Mio. durch die Fläche des Areals von 12.4 ha teilt, kommt auf einen Preis von 163 Franken pro m2. Zu beachten ist aber, dass von dieser Fläche nur rund 7.8 ha tatsächlich bebaubar sein werden. Die restlichen Flächen werden z.B für den Autobahnanschluss gebraucht, der durch den Bund gebaut und finanziert wird. Bezogen auf die bebaubare Fläche ergibt sich ein Verkaufspreis von 255 Franken pro m2. Und dies für ein völlig unerschlossenes Areal. Die Erschliessung mit Strassen, Strom, Wasser, Abwasser kostet nochmals rund 250 bis 350 Franken pro m2, die allerdings nicht durch den Kanton St. Gallen zu bezahlen sind.
Wer den Verkaufspreis als Argument ins Spiel bringt, ist sowieso gegen das Projekt, egal wie hoch der Preis ist. Fakt ist, dem Kanton St.Gallen verbleiben nach dem Verkauf rund 10 Millionen Franken. Zusätzlich profitiert er von der generierten Wertschöpfung und den Investitionen am Tor zur Ostschweiz.
Der Kanton St. Gallen hat nichts von den Unternehmenssteuern, da diese an den Kanton Thurgau fliessen. Was hat der Kanton St. Gallen davon?
Grundsätzlich ist das korrekt, aber diese Betrachtung greift zu kurz. Denn WILWEST generiert Wertschöpfung in der ganzen Ostschweiz. Man denke an die Handwerksbranche, welche nur schon bei der Erstellung der Gewerbe- und Industriebauten in WILWEST über viele Jahre hinweg mit Arbeit versorgt sein wird. Oder man denke an die Zulieferer aus der Lebensmittelbranche oder der Gastronomie. Viele dieser Zulieferer werden im Kanton St. Gallen ihren Sitz haben. Und damit Steuereinnahmen auch für den Kanton St. Gallen generieren. Und schliesslich wird zumindest ein Teil der in WILWEST Beschäftigten ihren Lohn im Kanton St. Gallen versteuern.
Wichtig scheint mir aber, dass es bei diesem Projekt nicht um einen Steuerwettkampf zwischen den Kantonen Thurgau und St. Gallen geht, sondern darum, neue wirtschaftliche Impulse für die gesamte Ostschweiz zu setzen, die sich steuerlich auch für den Kanton St. Gallen lohnen werden. Damit rückt übrigens auch die kurzsichtige Diskussion um den Verkaufspreis in den Hintergrund.
Wie profitieren die Regionen Sarganserland, Rheintal oder See-Gaster von WILWEST?
Indem ein Projekt der schwächelnden St. Galler Wirtschaft neue Impulse verleiht, kann der ganze Kanton profitieren. WILWEST kann auch als Vorlage für andere Projekte im Kanton dienen. Aktuell werden in anderen Regionen grosse Projekte für die Bildung und moderne Lebens- und Arbeitsräume umgesetzt, namentlich die beiden Projekte Kantonsstrasse zum See samt Autobahnanschluss Witen bei Rorschach, und die neue Berufsschule in Rapperswil-Jona. Wenn es den Regionen gut geht, geht es dem ganzen Kanton gut. Die Verhinderung von zukunftsträchtigen Projekten bringt nur Stillstand. Dagegen wehre ich mich, nicht nur für die Region Wil, sondern für den ganzen Kanton. Denn nur gemeinsam kommen wir voran.