Der Zürcher Musiker und Rockpionier Hardy Hepp ist am 26. Januar 2026 gestorben. Das bestätigte sein persönliches Umfeld. Bereits in den 1960er-Jahren war Hepp eine prägende Figur der hiesigen Musikszene – zunächst als Plattenverkäufer im Globus, dann als Mitgründer der Band «Krokodil», später als Solo-Künstler mit legendärem Warner-Vertrag.
H. Elias Fröhlich erinnert sich
Musikjournalist H. Elias Fröhlich, ein enger Freund Hepps, erinnerte sich im Gespräch mit Radio 1 mit bewegenden Worten an ihn:
«Wir hätten uns in zwei Wochen wieder treffen wollen. Wir haben uns regelmässig gesehen, drei- bis sechs Mal im Jahr, manchmal bei ihm, manchmal bei alten Freunden zu Hause. Er hatte nicht mehr viele Besuche, und er hat sich jedes Mal unglaublich gefreut.»
Hepp war ein Mann mit Prinzipien – und mit einer Präsenz, die hängen blieb.
«Hardy war ein begnadeter Erzähler. Er konnte Geschichten erzählen wie niemand sonst. Wenn er sprach, hingen alle an seinen Lippen.»
Der Gründer von Krokodil
1969 gründete er «Krokodil», eine der ersten progressiven Rockbands der Schweiz, die auch in Deutschland Erfolg hatte. Doch dann der Bruch:
«Und dann war Hardy eben auch ein Querschläger – er stieg plötzlich aus und sagte: Ich mache nicht mehr mit.»
Legendär war auch sein Deal mit Warner Music America – und seine Reaktion darauf:
«Die gesamte deutsche Musikjournaille reiste nach Zürich – und Hardy ging einfach nach Hause, weil es ihn nicht interessierte. Das war typisch Hardy Hepp.»
Mentor für viele
Als Plattenverkäufer war Hepp ein Mentor für viele, die später gross wurden.
«Alle gingen zu Hardy. Er kannte alles, besorgte jede Platte und prägte die Szene nachhaltig.»
Hepps Tod kam nicht überraschend, wie aus einer Nachricht seiner Familie hervorgeht.
«Seit Hardys Covid-Erkrankung vor vier Jahren sagte er oft: ‘Ich habe eine zusätzliche Lebensschlaufe geschenkt bekommen.’ Diese Schlaufe hat sich nun nach langem, kraftvollem Kampf geschlossen.»
Kein öffentlicher Abschied
Ein öffentlicher Abschied ist nicht vorgesehen:
«Es wird keine öffentliche Abschiedszeremonie geben. Wer Hardy sucht, findet ihn in seinem Werk.»
Die letzte Nachricht an seine Freunde trug den Betreff:
«De schönschti Wäg isch de Heiwäg»
Hardy Hepp ist ihn nun gegangen.