Dirigent Christian Klucker wählte mit seinen Sängerinnen und Sängern am 23. und 24. Januar 2026 alle Zutaten für ein vorzügliches Konzertmenü aus: Charaktervolle Lieder, schwelgerische Melodien, zarte Töne, mitreissende Rhythmen und die geschulten Stimmen der Dilettanti, die als Ganzes für Begeisterung beim Publikum sorgten.
Es gibt Konzerte, nach denen man klatscht. Und es gibt Konzerte, nach denen man anders aus dem Raum geht, als man ihn betreten hat. Die in intensiven Probemonaten erarbeiteten Januar-Konzerte des Vokalensembles Dilettanti gehörten zur zweiten Art.
Unwiderstehliche Schwingungen
Der Auftakt mit rätoromanischen Liedern aus der Heimat Christian Kluckers baute sich Spannung erzeugend im Rücken des Publikums auf. Die «unsichtbare» Klangkulisse zeigte, was ein Vokalensemble ausmacht: Stimmen, die sich zu einem Körper vereinen und unwiderstehliche Schwingungen auslösen.
Das Schreiten der Protagonisten ins Kircheninnere erlaubte, dass «Earth Song» von Frank Ticheli das Publikum von allen Seiten umschloss. Die Ohrmuscheln konnte sich kaum satt hören an den nahen und wunderschönen Tenor-, Bass-, Sopran- und Altstimmen.
Bei «Time» von Jennifer Lucy Cook wurde der Wandel endgültig spürbar. Das neue Kapitel der Dilettanti erzählt von Aufbruch, Elan und Freude.
Feuer wieder entfacht
Das Feuer für den Chorgesang, das nach dem plötzlichen Tod von Dirigent Max Aeberli auszulöschen drohte, ist mit der Arbeit von Christian Klucker wieder entfacht.
Diese Kraft zeigte sich auch in «Let my love be heard» (Jake Runestad), «Dies Irae» (Michael Hohn Trotta) und «Soneto de la noche» (Morten Lauridsen), die von langen Bögen, intensiven Momenten und beeindruckender Klangkultur lebten.