- Kolumne von Dr. Philipp Gut
Die Individualbesteuerung – Volksabstimmung am 8. März – gibt vor, Ungerechtigkeiten zu beseitigen und Frauen besserzustellen. Schaut man genauer hin, sind das Fake News. In Tat und Wahrheit werden neue Ungerechtigkeiten geschaffen. Zu den Verlierern zählen ausgerechnet Familien mit Kindern, aber auch Alleinstehende, darunter viele Frauen.
Die FDP-Präsidentin profitiert
Und wer profitiert? Wohlhabende Rentnerehepaare und reiche Doppelverdiener, bei denen beide ein hohes Arbeitspensum haben. Dies zeigt das Beispiel von Susanne Vincenz-Stauffacher, FDP-Co-Präsidentin und Nationalrätin aus dem Kanton St. Gallen. Sie gab bei Tamedia ein Augen öffnendes Interview. Gefragt, ob sie selbst von der Individualbesteuerung profitieren würde, sagte Vincenz-Stauffacher: «Wir würden davon profitieren, weil wir beide 100 Prozent arbeiten.»
Noch Fragen?
Kantone widersprechen
Vincenz-Stauffacher widersprechen auch die Kantone. Und die müssen es schliesslich wissen. Während sie behauptet, das Steuersystem werde «einfacher», verweisen die Kantone nüchtern auf die Fakten: Es müssten 1,7 Millionen Steuererklärungen zusätzlich ausgefüllt werden! Weit über tausende neue Steuervögte mit hohen Beamtenlöhnen müssten eingestellt werden. Ein teures Bürokratie-Monster würde entstehen.
Es gibt bessere Lösungen
Viele Kantone sind schon viel weiter. Um die «Heiratsstrafe zu beseitigen, haben sie längst unbürokratische Lösungen gefunden – mit neuen Tarifen und dem sogenannten Splittingverfahren. Sie beweisen anschaulich: Die Individualbesteuerung ist der falsche Weg, um ein berechtigtes Ziel zu erreichen. Es gibt viel bessere Methoden, die schlanker und einfacher sind – und nicht neue Ungerechtigkeiten schaffen.