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Kultur
23.01.2026

Drama und grosse Gefühle

Paris, die Stadt der Liebe, in Zürich: Rasante Show in glitzernden Kostümen verwandeln in «Moulin Rouge» das Thater 11 in einen Nachtclub.
Paris, die Stadt der Liebe, in Zürich: Rasante Show in glitzernden Kostümen verwandeln in «Moulin Rouge» das Thater 11 in einen Nachtclub. Bild: zVg
Champagner, Leidenschaft und Herzschmerz: Das Musical «Moulin Rouge» im Theater 11 verwandelt Zürich in einen brodelnden Liebesrausch. Am Donnerstag war Premiere mit 400 Geladenen. Von Ursula Litmanowitsch

«Moulin Rouge!» ist kein Musical für zarte Gemüter, sondern ein sinnlicher Ausnahmezustand. Ein Abend, der verführt und zerreisst. Hemmungsloser Glamour in sexy Kostümen und brutaler Herzschmerz treffen aufeinander. Grosse Kunst kollidiert mit grossen Skandalen – und mittendrin eine so starke Liebe, als gäbe es kein Morgen.

Ein funkelnder Star

Im Zentrum des Gefühlsinfernos steht Satine, funkelnder Star im Pariser «Moulin Rouge» dem berühmtesten Nachtclub der Welt. Musicalstar Verity Thompson macht aus ihr eine Ikone aus Strass, Sehnsucht und Schmerz – begehrt, bewundert, benutzt.

An ihrer Seite Nate Landskroner als Christian, der junge Komponist und Dichter mit grossem Herzen und grossen Träumen. Als er sich in Satine verliebt, wird aus Leidenschaft Risiko. Denn Satine soll «verkauft» werden – an einen reichen Gönner. Liebe oder Luxus? Herz oder Geld? Ein Deal, bei dem nur einer verlieren kann. 

Oder wie es Nationalrat Benjamin Fischer am Premierenabend formulierte: «Liebe ist mehr als nur ein Gefühl – Liebe ist Loyalität».

  • Unternehmer und Musicalkönig Freddy Burger mit Ehefrau Isabella. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Schlangenfrau Nina Burri mit Ehemann Marco Desimoni. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Nicole und Benjamin Fischer, SVP–Nationalrat. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Bühnen-und Unterhalungsprofis: Hubert Spiess und Erich Vock. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Partyveranstalter Reto Hanselmann: «Lebe das Leben, geniesse die Liebe!» Bild: Ursula Litmanowitsch
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Emotionaler Rausch

Was folgt, ist ein emotionaler Rausch. Cameron Blakely zieht als Harold Zidler alle Register zwischen Charme, Kalkül und Verzweiflung, während Kurt Kansley als emotionalisierender Maler Toulouse-Lautrec das Gewissen der Bohème verkörpert.

James Bryers gibt als Duke den eiskalten Gegenpol zur Liebe –  Ein Narzisst, der Macht, Besitz, Kontrolle ausübt, eine toxische Figur. Und daran zerbrechen auf der Bühne ganze Leben. Schlangenfrau Nina Burri bilanzierte nach der Show beeindruckt: «Liebe bedeutet Zusammenhalt.»

Ein Hit jagt den nächsten 

Doch das Moulin Rouge kennt keine Gnade – schon gar nicht musikalisch. Ein Hit jagt den nächsten, Pop-Explosionen prallen auf Rock-Hymnen. Körper in Korsetts wirbeln, Federn fliegen. Das brillante Ensemble liefert Ekstase pur: Rodrigo Negrini als feuriger Santiago, Kahlia Davis als ehrgeizige Nini, Summer Priest als laszive Arabia, Scott Sutcliffe als exzentrische Baby Doll und Ellie Jane Grant als explosive La Chocolat.

Die Mischung aus Sex, Sehnsucht und Selbstzerstörung ist eine Hochglanzstory mit Abgründen. «Liebe ist für mich Familie», sagte Rollstuhl-Sportlerin Edith Hunkeler Wolf – und genau dieses Gefühl wird hier auf die Probe gestellt.

  • Strahlende Persönlichkeit: Sängerin Nubya in extravagentem Outfit. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Sexy: Yogalehrerin Sandra Schunck mit Medienunternehmer Matthias Ackeret. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Top–Choreograf: Heinz Spoerli, ehemaliger Ballettchef der Oper Zürich. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Kulturmanager Jean–Pierre Hoby und Verena Stauffacher. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Begeistert: der ehemalige Kunstturner und Sänger Lucas Fischer. Bild: Ursula Litmanowitsch
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Stimmliche Glanzleistung

Gekrönt wird das Spektakel von stimmlicher Glanzleistung. Verity Thompson interpretiert Satine zwischen verletzlicher Zartheit und dramatischer Wucht– jeder Ton ein Stich ins Herz.

Nate Landskroner kontert als Christian mit kraftvoller Emotionalität, klarer Höhe und roher Leidenschaft. Gemeinsam entfesseln sie ein vokales Feuerwerk, welches das Publikum entfesselt. Standing Ovations im Glitzerkonfettiregen zum Schluss war Programm.

«Moulin Rouge!» im Theater 11 ist wie ein Rausch. Laut, lustvoll, lebenshungrig. Wer hier nichts fühlt, war nicht da. Und wer glaubt, Liebe sei harmlos, hat dieses Feuerwerk der Gefühle nicht erlebt. Paris bebt, Zürich taumelt – und der Champagner fliesst reichlich , zumindest auf der Bühne.

Die grosse Frage an der Feier

Bei der anschliessenden Premierenfeier schwelgten die Geladenen dann bei Prosecco und Apérohäppchen und alles drehte sich nochmals um die grosse Frage nach der Liebe. «Liebe gehört unbedingt zum Leben dazu», sagte der ehemalige Polizeisprecher Marco Cortesi, während Schauspieler Hubert Spiess nachdenklich erklärte, Liebe bedeute vor allem, viel miteinander zu reden.

Kulturmanager Jean-Pierre Hoby nannte Liebe schlicht Wohlbefinden – und Sängerin Nubya traf mit einem Satz mitten ins Herz: «Bei den Menschen, die ich liebe, fühle ich mich zuhause.»

«Moulin Rouge» im Theater 11 noch bis zum 1.März 2026

  • Rollstuhlsportlerin Edith Hunkeler Wolf mit ihrer Tochter Elin Wolf. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Restlos fasziniert vom Musical: Brigitte und Mario Cortesi. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Regierungsrätin Silvia Steiner mit Schulfreundin Christine Arendt. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Vom Fach: Schauspielerin Isabelle Flachsmann, Ballett–Tänzer Gary Marshall. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Comedystar Birgit Steinegger mit dem Basler Chemieprofessor Tom Ward. Bild: Ursula Litmanowitsch
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  • Triumph der Liebe zwischen Satine und Christian. Bild: zVg
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Ursula Litmanowitsch
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