Wer in Rapperswil-Jona zu Ruhm und Ehre oder ins gesetztere Alter gekommen ist, durfte den traditionellen Fasnachtsanlass Eis-zwei-Geissebei bisher im obersten Stock des Rathauses erleben. Dort finden auch die Vorführungen, Ansprachen und Sketches statt – und dort hält der Ehrengast oder die Ehrengästin die Fasnachtsansprache.
Zurück zum Volk
Rund 90 Persönlichkeiten durften das Geissebei bisher im sogenannten «Vorhimmel» feiern. Der tragische Brandunfall in Crans-Montana hat jedoch schweizweit zu einer strengeren Anwendung der Feuerschutzvorschriften geführt. Da pro (Not-)Ausgang nur noch 50 Personen in einem Raum zugelassen sind, gilt diese Einschränkung auch fürs Geissebei. Rund 40 der 90 gesetzteren Damen und Herren, die sonst zuoberst im Saal thronten, kehren damit «zurück ins Leben» – einen Stock tiefer, wieder zum gemeinen Volk.
Ortsgemeinde hat reagiert
Die Ortsgemeinde hat rasch reagiert. Weil nun weniger Personen im Rathaus Platz finden, wird auf dem Rathausplatz ein «festliches Zelt aufgestellt, beheizt und mit festem, teppichbelegtem Boden und weiss gedeckten Tischen», wie Ortsgemeindepräsidentin Michaela Sprotte gegenüber Linth24 ausführt. Selbstverständlich gibt es auch eine Bildübertragung der Vorstellungen und Ansprachen aus dem «Vorhimmel».
Geissebei bleibt Geissebei
Für Kinder, Eltern und Besuchter, die jeweils zu Hunderten auf den Hauptplatz strömen, bleibt alles beim Alten. Auch dieses Jahr werden aus den Rathausfenstern wieder Würste und Bürli und Biberli geworfen. Nun bleibt nur noch, auf gutes Wetter zu hoffen – und auf den eine oder anderen neuen Tischnachbar in der neu durchmischten Besucherschaft im Rathaus.