Im Zentrum der Kritik steht der geplante Verlust von rund 18 Hektaren Fruchtfolgeflächen. Christian Vogel, Kantonsrat SG, warnt vor den Folgen: «Hier wird bestes Ackerland verbaut. Das entspricht rund 330'000 Säcken Kartoffeln pro Jahr. Auch Gerste und weitere Kulturen fallen weg. Damit wird die Ernährungssicherheit unseres Landes geschwächt.» Trotz gesetzlicher Vorgaben gebe es bis heute keine gleichwertigen Kompensationsflächen.
Politischer Fehlentscheid mit Ansage
Das Nein-Komitee spricht von einem politischen Fehlentscheid mit langer Anlaufzeit. Bauern würden um ihre Zukunft bangen, während wirtschaftliche Vorteile grösstenteils in den Kanton Thurgau abfliessen. Geführt wird das Komitee vom Verein für bäuerliche Anliegen des Kantons St.Gallen. Marco Gadient, Kantonsrat SG aus den Flumserbergen, kritisierte insbesondere die finanziellen Rahmenbedingungen: «Wil West liegt bei einem Ja vollständig auf Thurgauer Boden. Deshalb gehen Steuern und Wertschöpfung in den Thurgau. Der angesetzte Nettopreis von rund 53 Franken pro Quadratmeter ist viel zu tief. Kulturland wird faktisch verschenkt.»
«Keine Wirtschaftsförderung für St.Gallen»
Auch Bruno Schweizer, Kantonsrat SG und Landwirt aus Brunnadern, sieht massive Nachteile für den eigenen Kanton: «St.Gallen verliert Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. Gleichzeitig dürfen zehn St.Galler Gemeinden wegen Wil West keine neuen Einzonungen mehr vornehmen – ohne selbst davon zu profitieren. Das ist keine Wirtschaftsförderung, sondern eine Umverteilung zulasten unseres Kantons.»