Die Schlacht um die A-15
Leserbriefe, Medienmitteilungen, Podien und Flurbegehungen; der Kampf um Annahme oder Ablehnung der Umfahrung Uznach tobt an vielen Fronten. Die Befürworter erhoffen sich mehr Lebensqualität durch die Verkehrsentlastung des Städtchens; die Gegner befürchten die unwiederbringliche Zerstörung von Kulturland für einen fragwürdigen Nutzen. Am Samstag lud die «IG Mobilität Region Uznach», welche die Umfahrung ablehnt, zur Begehung des Projekts im Freien.
Freiluft-Installation
Den zahlreich erschienen Bürgern wurde eine aufwändige, dreidimensionale Installation vorgeführt, welche für einmal nicht mit Plänen und PowerPoint informierte, sondern sicht- und begehbar die Dimensionen des Projekts vermittelte. Von Gommiswald bis zum Linthpark errichteten betroffene Grundbesitzer und Landwirte eine durch Absperrbänder und Holzlatten begrenzte Bahn, welche die genaue Streckenführung, die Breite, Höhe und die geplanten Ausweichstellen markierte.
Begehung West und Ost
Vier verschiedene Begehungen wurden dem interessierten Publikum angeboten. Start am Morgen war entweder im Westen beim Imperhof südlich des Linthparks oder im Osten in Gomiswald. Die beiden Gruppen arbeiteten sich durch die Streckenführung bis zum Hof der Familie Bachmann südlich der Rotfarb. Dieser liegt etwa in der Mitte. Nach Mittagessen, Dessert, Musik und Gesprächen brach man in die entgegengesetzte Richtung auf. Linth24 begleitete die Gruppe vom Hof Bachmann zum Linthpark.
Das Unsichtbare sichtbar machen
Roger Zahner und Cornelia Meier, beide Mitglieder der Steuergruppe der «IG Mobilität Region Uznach» IGMRU, führten die Gruppe in zwei Teilen entlang der geplanten Strecke der Umfahrung und gaben an verschiedenen Fixpunkten Detailinformationen zum Projekt. In den Erklärungen wurden die Gründe dargelegt, weshalb die Uzner Stimmbürger das Projekt ablehnen sollten.
Mobilität und Natur
Gutes Schuhwerk war am Marsch durch die Natur gefragt. Dies zeigte, woher der Widerstand der IGMRU seine Energie bezieht: aus der unerschöpflichen Quelle der Natur, die den Menschen in Uznach ein beispielloses Naherholungsbiet vor der Haustüre beschert, so Cornelia Meier. Sie unterstrich den Blick auf die Installation im Grün mit beeindruckenden Zahlen. 4600m2 Wald würden gefällt, 180 Grundeigentümer enteignet, Landwirtschaftsbetrieben drohe der Existenzverlust, der Hochwasserschutz sei nicht gelöst und durch den Damm werde das Kaltbrunner Riet geschützt, aber der Lärm falle dafür zurück in die Stadt. Die anfänglich zahlreichen Fragen in der Gruppe wurden mit der Zeit weniger. Nicht der Müdigkeit geschuldet, die Gruppe war immer noch strammen Schrittes unterwegs. Ein Blick in die Gesichter zeigte, dass die meisten wohl in Gedanken mit sich selbst und der Grösse des Projekts beschäftigt waren.
Nach der Rückkehr im Shuttlebus zum Bachmann-Hof wurden noch die letzten Meinungen ausgetauscht, bevor man sich auf den Heimweg machte.
Am Montag, 21. Oktober, 19 Uhr, findet ein kontradiktorisches Podium zur regionalen Verbindungsstrasse A15-Gaster in der Turnhalle Haslen statt.
Nach der Begrüssung durch Gemeindepräsident Diego Forrer präsentiert Projektleiter Manfred Huber eine Projektübersicht. Anschliessend diskutieren Vertreterinnen und Vertreter der IG Verbindungsstrasse JA sowie der IG Mobilität Region Uznach mit Moderatorin Ladina Spiess über die Vor- und Nachteile des Projekts. Weiter werden Fachleute, Behördenvertreter sowie das Publikum in die Diskussion miteinbezogen.