«Leinen los!» für Mihajlo Mrakic
Politik ist ein stürmisches Gewässer. Von allen Seiten wehen raue Winde und wer die Segel falsch setzt, kentert. Mihajlo Mrakic, SVP Vizepräsident aus Schmerikon will als Kantonsratskandidat nicht nur in der Flotte segeln, er will auch den Kurs mitbestimmen können. «Klar Schiff» hiess es zum Auftakt seines Wahlkampfs, zu welchem er passend dazu in die Schiffswerft Helbling in Schmerikon einlud.
Challenge mit Köppel
Das Highlight des Abends war neben der Besichtigung der Helbling Werft, das Gespräch von Mihajlo Mrakic mit Roger Köppel. Wer sich dem brillanten Publizisten und Nationalrat zu einem Gedankenaustausch stellt, wird nicht mit Samthandschuhen angefasst. In gewohnt schonungsloser Art stellte Roger Köppel Fragen und forderte Antworten von Mihajlo Mrakic zu dessen Hintergrund, seiner politischen Einstellung und seinen Zielen, falls er in den Kantonsrat gewählt wird. Auf Köppel’s Frage, wie er denn mit anderen zusammenarbeite, meinte Mrakic, er suche die inhaltliche Auseinandersetzung und gebe seine Zurückhaltung auf, wenn er nach Abwägung der Fakten über bessere Argumente verfüge. Sein Studium in Elektrotechnik an der ETH helfe ihm, genau zu recherchieren, Probleme mathematisch und analytisch zu betrachten und Lösungen dafür zu finden. Er lasse sich selbstverständlich auch gerne korrigieren. Genau das sei in der Politik vonnöten.
Der Bürger ist Chef
Diese Maxime zog sich im Gespräch wie ein roter Faden durch Mrakic’s politische Vision. Sein Migrationshintergrund in zweiter Generation bestärke ihn im Einsatz für die Werte, welche die Schweiz als Staatsform bisher so erfolgreich machten. Ein grosses Anliegen sei ihm die Eindämmung der um sich greifenden Kriminalität, sowie die steuerliche und bürokratische Entlastung von Gewerbe und Mittelstand. Auf die provokante Frage von Roger Köppel, weshalb er sich damals von der FDP ab- und zur SVP hingewandt habe, meinte Mrakic, er wolle politisch auf eine Weise wirken, welche seine Werte vertrete. Das sei nach den ersten Erfahrungen im politischen Alltag für ihn in der SVP möglich. Für sein Staatsverständnis engagiert sich Mrakic auch im Vorstand der Neutralitätsinitiative.
Gegenwind
Ob er sich im Klaren darüber sei, dass der Schritt als SVP-Politiker in der Opposition, Nachteile mit sich bringe, fragte Roger Köppel. «Du wirst im Gegenwind stehen». Sein Hinweis, er spreche aus Erfahrung, löste Heiterkeit beim zahlreich erschienenen Publikum aus. Mihajlo Mrakic erwiderte darauf besonnen, er sähe das schon kommen. Die Inhalte müssten stimmen, dann sei das für ihn kein Problem. Persönlichen Angriffen würde er keine Bedeutung zumessen. Auch wenn er einen fremd klingenden Namen habe, sei er doch hier geboren, aufgewachsen und Schweizer.
Viel Zuspruch
Der Rundgang durch ein sehr gemischtes Publikum zeigte auf, dass Mrakic nicht nur bei Gleichgesinnten Punkte sammelt. Ehemalige Lehrer, Studienkollegen der ETH und Persönlichkeiten aus anderen politischen Lagern bescheiden dem Kantonsratskandidaten einen gesunden Pragmatismus, Intelligenz und ein sicheres Gespür für die Nöte der Gesellschaft. Der Abend, bei strömendem Regen und Hochwasser im Obersee, liess denn auch einen Seemanns-Spruch für seine Fahrt in den Kantonsrat aufkommen: «Immer eine Handvoll Wasser unter dem Kiel».