Dr. Gut: «Neutralität – erklärt für Neu- und Altbundesräte»
- Kolumne von Dr. Philipp Gut
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie sehr sich aktive und ehemalige Mitglieder der schweizerischen Landesregierung von der Neutralität der Schweiz entfernt haben und wie sehr es ihnen an Verständnis für sie fehlt: Alt SVP- und BDP-Bundesrat Samuel Schmid liefert ihn.
Von Weltkriegen verschont
In der Neuen Zürcher Zeitung wagt er, so sagt er es selbst, die «steile These», dass «die Schweiz von beiden Weltkriegen verschont geblieben sei, sei «gut und schön, aber heute ein Problem. Denn viele glauben noch immer, die Neutralität allein habe uns damals gerettet.» Das sei ein «gefährlicher Trugschluss».
Grosses Morden
Dass die Schweiz und ihre Bevölkerung nicht in das grosse Morden hineingezogen wurden, ist achselzuckend «gut und schön»? Was für eine Nonchalance eines Ex-Bundesrats, war für ein geschichtsblinder Zynismus.
Überlebt dank Neutralität
Natürlich war die Neutralität zentral für das Überleben der Schweiz. Man braucht Schmid nur die hypothetische Gegenfrage zu stellen: Was wäre denn passiert, wenn die Schweiz nicht neutral gewesen und sich einem der Machtblöcke, der Achse oder den Alliierten, angeschlossen hätte?
Sie wäre sofort Teils des Kriegs gewesen und in der Blutmühle, die Dutzende Millionen Tote forderte, mit zermalmt worden.
Brüssel-hörige Internationalisten
Ein gefährlicher Trugschluss ist nicht, dass die Neutralität der Schweiz Sicherheit und Frieden gibt, ein gefährlicher Trugschluss ist, dass sie die Neutralität preisgeben soll, wie das die Brüssel-hörigen Internationalisten in Bern und in der Bundesratspension tun.
Flapsige Schlaumeiereien
Doch damit nicht genug der flapsigen Schlaumeiereien. «Die Neutralität war nutzlos?», fragt die NZZ. Und Schmid antwortet: Sie sei «nicht völlig nutzlos» gewesen. Auf dies muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Elite auf Abwegen
Wer das Interview liest, wird sich nicht mehr wundern, wie es so weit kommen konnte, dass die politische Elite in Bundesbern die Neutralität immer mehr anfräst und immer mehr als Hindernis für ihre europäischen Anschlussfantasien versteht.
Nun kann man natürlich einwenden: Wer erinnert sich schon an einen Samuel Schmid? Wir zitieren ihn hier deshalb, weil sein Denken und Meinen beispielhaft ist für die Mächtigen in Bern.
Ausverkauf der Neutralität stoppen
Was also bleibt zu tun?
Es gibt nur eines: Einmal mehr muss es das Volk richten. Mit der Neutralitätsinitiative hat es die Möglichkeit, den Ausverkauf der neutralen Schweiz zu stoppen.
Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 regelmässig eine Kolumne. Philipp Gut ist Buchautor und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Parteien, Verbände, Unternehmen und Private.