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21.07.2026
07.08.2026 14:08 Uhr

«Autopilot» am Steuer: Gefahr für Schulkinder

Auf dem täglichen Arbeitsweg schaltet der Kopf oft auf «Autopilot» – für Schulkinder kann das lebensgefährlich werden.
Auf dem täglichen Arbeitsweg schaltet der Kopf oft auf «Autopilot» – für Schulkinder kann das lebensgefährlich werden. Bild: Pressedienst
Zum Schulanfang sind wieder viele Kinder unterwegs. Auf vertrauten Strecken sinkt bei Autofahrenden oft die Aufmerksamkeit. Die BFU setzt darum auf Verhaltenspsychologie.

Zum Schulstart sind viele Kinder erstmals alleine auf ihrem Schulweg unterwegs. Zeitgleich führt der Weg vieler Erwachsener zur Arbeit – oft auf vertrauten Strecken und gedanklich bereits beim Tagesgeschäft. Die Bewältigung des gewohnten Arbeitswegs erfolgt häufig im Modus des automatischen Fahrens.

Genau hier entsteht eine gefährliche Lücke: Zwar wissen Verkehrsteilnehmende um die Notwendigkeit erhöhter Vorsicht bei Kindern, im Alltag und unter Zeitdruck handeln sie jedoch nicht immer entsprechend.

«Niemand möchte ein Kind gefährden. Trotzdem kommt es vor, dass man in Gedanken woanders ist und nicht rechtzeitig bremsen kann», erklärt Andrea Uhr, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Unfallverhütung für den Bereich Schulwegsicherheit. Ein wesentlicher Auslöser hierfür sei das gewohnheitsmässige Fahren auf dem inneren «Autopiloten».

Kinder nehmen den Verkehr anders wahr

Schulkinder sind auf das vorausschauende Verhalten Erwachsener angewiesen. Altersbedingt fällt es ihnen schwer, Distanzen und Geschwindigkeiten zuverlässig einzuschätzen, Geräusche korrekt zu orten oder mehrere Gefahrenquellen gleichzeitig zu erfassen.

Die Unfallstatistik verdeutlicht die Relevanz dieser Thematik: Jährlich verunfallen in der Schweiz über 700 Kinder bis 14 Jahre als Fussgänger sowie mit dem Trottinett oder dem Velo. Rund 40 Prozent dieser Unfälle ereignen sich auf dem Schulweg.

Mit Wenn-dann-Mastern Routinen durchbrechen

Reines Wissen reicht meist nicht aus, um feste Gewohnheiten zu verändern. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung verweist auf Erkenntnisse aus der Verhaltenspsychologie, wonach sogenannte Wenn-dann-Vorsätze dabei helfen, automatische Handlungsmuster gezielt zu durchbrechen.

Durch das gedankliche Durchspielen konkreter Situationen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für ein angemessenes Verhalten im Strassenverkehr:

  • Wenn Kinder am Strassenrand sichtbar sind, wird die Geschwindigkeit reduziert und die Bremsbereitschaft erhöht.

  • Wenn ein Kind den Fussgängerstreifen überqueren möchte, wird das Fahrzeug vollständig gestoppt.

  • Wenn Schulen oder Kindergärten passiert werden, wird mit unvermittelt hinter Hindernissen hervortretenden Kindern gerechnet.

  • Wenn Kinder auf dem Velo unterwegs sind, wird ein grosszügiger Seitenabstand eingehalten.

Solche mentalen Verknüpfungen unterstützen Autofahrende dabei, die Aufmerksamkeit auch auf bekannten Strecken hochzuhalten.

Infrastruktur bleibt entscheidender Faktor

Neben der Sensibilisierung von Verkehrsteilnehmenden spielen bauliche und organisatorische Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle. Strukturelle Massnahmen gelten als besonders wirksam zur Erhöhung der Schulwegsicherheit.

Dazu zählen sicherheitsorientierte Geschwindigkeitsvorgaben innerorts, eine übersichtliche Verkehrsinfrastruktur, die Beseitigung von Sichtbehinderungen sowie die regelmässige Kontrolle und Anpassung von Strassenüberquerungen.

Schaffhausen24/Linth24
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