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Schweiz
19.07.2026

Neues Recyclingsystem erobert die Region: Wie aus «Bring Plastic Back» der «RecyBag» wird

Ab Juli 2026 erprobt Denner in der Region Schaffhausen die Rücknahme des einheitlichen Sammelsacks für Plastikverpackungen und Getränkekartons direkt in den Filialen.
Ab Juli 2026 erprobt Denner in der Region Schaffhausen die Rücknahme des einheitlichen Sammelsacks für Plastikverpackungen und Getränkekartons direkt in den Filialen. Bild: zVg
Die Schweizer Kreislaufwirtschaft schaltet einen Gang höher. Nach dem wegweisenden Entscheid des Bundesrates zur neuen Verpackungsverordnung wird das vertraute Sammelsystem «Bring Plastic Back» schrittweise durch den nationalen «RecyBag» abgelöst und die Region Schaffhausen übernimmt dabei eine zentrale Vorreiterrolle als Testgebiet im Schweizer Detailhandel.

Die strategischen Weichen für diesen umfassenden Systemwechsel wurden bereits im Rahmen einer Absichtserklärung zwischen der InnoRecycling AG und der Branchenorganisation RecyPac gestellt. Um die Kräfte im Land optimal zu bündeln, konzentriert sich die übergeordnete Unternehmensgruppe InnoWay seither verstärkt auf ihr eigentliches Kerngeschäft: die Sortierung und die hochwertige Verwertung von Kunststoffen, wofür unter anderem Ressourcen für den Bau einer modernen Sortieranlage freigemacht werden.

Das bisherige, erfolgreiche Sammelsystem für Haushaltskunststoffe «Bring Plastic Back» von InnoRecycling wurde im Zuge dieser Neuausrichtung vollständig an RecyPac übergeben. RecyPac bietet mit dem sogenannten «RecyBag» eine zukunftsorientierte und einheitliche Anschlusslösung, die das alte System langfristig ablöst und bereits von über 1,4 Millionen Personen genutzt werden kann. 

Neue Bundesregeln für die Kreislaufwirtschaft

Dieser Wandel kommt genau zur rechten Zeit, denn der Bundesrat hat am 24. Juni 2026 die neue Verpackungsverordnung verabschiedet. Plastik-Verpackungen und Getränkekartons wurden damit aus dem klassischen staatlichen Abfallmonopol entlassen und gelten nicht mehr als herkömmlicher Siedlungsabfall. Stattdessen greift nun das Prinzip der erweiterten Produzentenverantwortung: Wer Verpackungen in Umlauf bringt, ist auch für deren Rücknahme verantwortlich.

Der Bund setzt dabei ambitionierte Ziele und schreibt verbindliche Verwertungsquoten von 55 Prozent für Plastik-Verpackungen sowie 70 Prozent für Getränkekartons vor. Für Branchenorganisationen wie RecyPac schafft diese gesetzliche Neuerung endlich die nötige Planungssicherheit, um die Separatsammlung in enger Zusammenarbeit mit den Schweizer Gemeinden flächendeckend und ohne komplizierte Sonderkonzessionen auszubauen.

Schaffhausen testet die Rückgabe der Zukunft

Dass diese neue Ära des Recyclings absolut alltagstauglich ist, wird ab Juli 2026 unter anderem in der Region Schaffhausen hautnah erprobt. Der Detailhändler Denner, der zu den Gründungsmitgliedern von RecyPac gehört, startet ein mehrmonatiges Pilotprojekt zur Rücknahme der vollen Sammelsäcke direkt in den Filialen. Schaffhausen sticht dabei als absoluter Hotspot hervor, da die Bevölkerung gleich zwei verschiedene Rückgabesysteme testen kann.

In der Filiale an der Schaffhauser Alpenstrasse stehen für die Kundschaft speziell entwickelte Sammelcontainer im Aussenbereich bereit, in die die gefüllten RecyBags unabhängig von den Öffnungszeiten eingeworfen werden können. Einen anderen Weg geht man in der Filiale Schaffhausen Urbahn (Bahnhof): Hier erfolgt die Rückgabe an einem klar gekennzeichneten Standort im Innenbereich, direkt neben der bereits etablierten PET-Sammelstelle. Die Filialmitarbeitenden übernehmen anschliessend den Transport in die großen Außenbehälter. Die Erkenntnisse aus diesem Schaffhauser Pilotprojekt sollen zeigen, wie sich die Rückgabe im Alltag für die Kundschaft so komfortabel wie möglich gestalten lässt.

Was gehört in den neuen Sack?

Für die Bevölkerung ändert sich beim Sortieren zu Hause erfreulich wenig. In den RecyBag dürfen sämtliche Verpackungen aus Plastik sowie klassische Getränkekartons wie beispielsweise Milch- oder Safttüten von Tetra Pak. Dazu zählen auch Plastikflaschen von Kosmetika, Shampoos und Reinigungsmitteln, Plastikbecher von Joghurt oder Früchten sowie Schalen von Eiern, Fleisch und Take-Away-Gerichten. Sogar Beutel von Chips, Folien von Gemüse und klassische Plastiktüten wandern in den Sack.

Ein aufwendiges Ausspülen der Behältnisse ist übrigens nicht notwendig; die Verpackungen müssen lediglich restentleert sein. Einzig herkömmliche PET-Getränkeflaschen sind weiterhin von dieser Sammlung ausgeschlossen und gehören wie gewohnt in die separaten PET-Behälter.

Schaffhausen24, Jan Sigg
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