Armbrustschützen feiern und messen sich in Weesen
Weesen zeigte sich am Sonntag von seiner festlichsten Seite. Angeführt von der Musikgesellschaft Harmonie Weesen setzte sich der farbenfrohe Festumzug des Eidgenössischen Armbrust-Schützenfests beim Seeparkplatz in Bewegung. Gemeinsam marschierten Ehrengäste, Fahnenträger der Vereine und Verbände sowie zahlreiche Schützinnen und Schützen durch das historische Städtchen bis zur Speerhalle. Entlang der Strecke säumten viele Zuschauer den Weg und verliehen dem Festzug den würdigen Rahmen, den ein Eidgenössisches verdient.
Nach dem Bankett bildeten die Ansprachen der Ehrengäste sowie die feierliche Fahnenübergabe den Höhepunkt des offiziellen Festakts. Anschliessend kehrte das Geschehen dorthin zurück, wo es bei einem Schützenfest hingehört – auf den Schiessplatz, wo die Wettkämpfe fortgesetzt wurden.
Weesen setzt auf Gastfreundschaft
Gemeindepräsidentin Rhea Gisler machte deutlich, welche Bedeutung das Eidgenössische für die kleine Walensee-Gemeinde besitzt. Das Fest sei weit mehr als ein sportlicher Grossanlass. Es bringe Menschen aus der ganzen Schweiz zusammen, verbinde Generationen und schaffe Erinnerungen, die lange über die zehn Festtage hinaus Bestand hätten.
Besonders würdigte sie die Armbrustschützinnen und Armbrustschützen, die mit Disziplin, Geduld und Vereinsarbeit eine jahrhundertealte Tradition lebendig hielten. Ebenso galt ihr Dank dem Organisationskomitee, den Vereinen, Sponsoren sowie den unzähligen freiwilligen Helferinnen und Helfern. Ohne ihren Einsatz wäre ein Anlass dieser Grössenordnung in Weesen nicht möglich gewesen.
Sport als Spiegel der Gesellschaft
Die St. Galler Kantonsratspräsidentin Andrea Abderhalden-Hämmerli zog Parallelen zwischen Sport und Politik. Beide funktionierten nur mit klaren Regeln, Fairness und gegenseitigem Respekt. Erfolge seien weder im Wettkampf noch in der Politik Zufallsprodukte, sondern das Resultat von Ausdauer, Teamarbeit und sorgfältiger Vorbereitung.
Das Armbrustschützenfest stehe beispielhaft für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Menschen unterschiedlichster Herkunft begegneten sich auf Augenhöhe und pflegten Werte, die weit über den Sport hinausreichten.
Blick nach vorne trotz Herausforderungen
Verbandspräsident Martin Schneider stellte den Armbrustsport als lebendige Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Gleichzeitig verschwieg er die Herausforderungen nicht. Veränderte Freizeitgewohnheiten, Nachwuchssorgen und steigende Anforderungen an die Vereine verlangten neue Ideen und gemeinsames Handeln.
Entscheidend seien engagierte Ehrenamtliche und eine konsequente Nachwuchsförderung. Nur wenn es gelinge, Menschen aller Generationen für den Armbrustsport zu begeistern, könne die lange Tradition erfolgreich in die Zukunft geführt werden.
Sicherheit beginnt mit Verantwortung
Für einen nachdenklichen Akzent sorgte Korpskommandant Benedikt Roos, Chef der Armee. Nach einem humorvollen Einstieg erinnerte er daran, dass Frieden und Sicherheit heute keine Selbstverständlichkeit mehr seien. Angesichts internationaler Krisen und zunehmender Bedrohungen – auch im Cyberraum – brauche die Schweiz den Willen, ihre Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aktiv zu schützen.
Roos rief dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und sich rechtzeitig auf Herausforderungen vorzubereiten. Werte wie Tradition, Gemeinschaftssinn und Präzision, die beim Armbrustsport täglich gelebt würden, seien auch für die Zukunft des Landes von grosser Bedeutung. Dafür verdienten nicht zuletzt die vielen engagierten Freiwilligen und Angehörigen der Armee Anerkennung und Respekt.
Mit der feierlichen Fahnenübergabe endete der offizielle Festakt. Danach verlagerte sich das Geschehen wieder auf den Schiessplatz, wo das Eidgenössische Armbrust-Schützenfest mit den nächsten Wettkämpfen nahtlos weiterging.
Das 26. Eidgenössisches Armbrustschützenfest
dauert vom 09. – 19. Juli 2026
Direktlink: easf-2026-weesen.ch