Die «Hexe» von Rapperswil lebt
Die Bühne steht in Bubikon, doch die Geschichte führt mitten nach Rapperswil. Wie der «Zürcher Oberländer» schreibt, erzählt das Freilichtspiel «Widerstand i de Wyde» vom Schicksal der Katharina Schüchter, der Vorsteherin des Wydenklösterlis. 1521 beschloss der Rapperswiler Rat, das Kloster aufzulösen. Schüchter widersetzte sich – und führte einen Rechtsstreit gegen die Stadt.
Vom Konflikt zum Drama
Aus dem Konflikt wurde ein Drama um Macht, Glauben, Politik und Frauenbilder. Die Rapperswilerin verhinderte die Schliessung des Klosters zunächst erfolgreich. Doch ihr Widerstand machte sie angreifbar. Nach Jahren des Ungehorsams wurde sie als Hexe denunziert. 1563 fiel sie mutmasslich durch Ertränken einem Justizmord zum Opfer.
Macht, Gerüchte und Sündenböcke
Regisseurin Eva Mann verarbeitet den historischen Stoff nicht als reine Biografie, sondern als Theater über Machtmissbrauch und Ausgrenzung. Der Eschenbacher Historiker und Lehrer Christian Kuster, der die Idee zum Stück lieferte und selber mitspielt, hat dafür Akten der Stadt Rapperswil studiert.
Seine Deutung ist aktuell: Katharina Schüchter sei eine Art «oberste Spitexfrau der Region» gewesen, die auch nachts Kranken half. Genau daraus hätten die Mächtigen den Vorwurf der Hexerei konstruiert.
Junge Kraft auf alter Bühne
Mit dabei ist auch die 15-jährige Siana Oberholzer aus Eschenbach. Sie spielt gleich zwei Rollen und steht erstmals in einer grossen Freilichtproduktion auf der Bühne. Das Mittelalter habe sie schon immer fasziniert – nun wirkt sie in einer Geschichte mit, die auch sie vorher nicht kannte: dem Schicksal der angeblichen «Hexe» von Rapperswil.
«Widerstand i de Wyde»
Ort: Ritterhaus Bubikon
Veranstalter: Theater im Hof
Premiere: 12. Juni 2026
Letzte Aufführung: 27. Juni 2026
Eintritt inkl. Verköstigung: 35 Franken
Infos: www.theaterimhof.ch