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Kultur
11.06.2026

Ein beglückendes OKN-Konzert

Unter dem Motto «Tanzend um die Welt» lud das Orchester Kaltbrunn Niederurnen zur musikalischen Weltreise – mit einer europäischen Erstaufführung.
Unter dem Motto «Tanzend um die Welt» lud das Orchester Kaltbrunn Niederurnen zur musikalischen Weltreise – mit einer europäischen Erstaufführung. Bild: Jana Sablio
Von Brahms bis Gershwin, von Europa bis Afrika: Das Sommerkonzert des Orchesters Kaltbrunn Niederurnen (OKN) bot in der Uzner Kirche St. Otmarsberg ein Fest sinfonischer Tanzmusik.

Das Orchester Kaltbrunn Niederurnen OKN musizierte sein diesjähriges Sommerkonzert am 6. Juni in der Kirche St. Otmarsberg statt openair auf Maria Bildstein. Grund war die bis Ende Juni andauernde Aussenrenovation der Kirche Maria Bildstein. Unter dem Motto «Tanzend um die Welt» begeisterte das OKN das zahlreich erschienene Publikum mit einer ganzen Reihe von wundervollen sinfonischen Tänzen.

Tanzend einmal rund um Europa und die Welt

Nach einer schwungvollen Ouvertüre, dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Brahms, erläuterte Dirigent David Schwarb sehr sympathisch kurz das musikalische Programm: einmal rund um Europa und die Welt! Und so war es auch: mit Griegs urchigem Norwegischen Tanz op. 25/1 in den Norden, mit Dvořáks Slawischem Tanz op. 46/4 in den wunderschön ländlichen Osten, mit Roger Quilters Englischem Tanz op. 11/3 in den quirlig-expressiven Westen und mit de Fallas anspruchsvollem Spanischen Tanz Nr. 1 in den lebensfrohen Süden. Etwas ruhiger und mit viel Rubato ging es zu und her bei den Steyrischen Tänzen op. 165 von Joseph Lanner: Immer wieder hörte man Anklänge an den späteren Wiener Walzer eines J. Strauss Sohn.

Solist sorgt für Höhepunkt

Abwechslung und Höhepunkt war der beeindruckende Auftritt von Solist Linard Bär: Sehr überzeugend und mit grosser Spielfreude interpretierte er den ebenso virtuosen wie lyrischen Russischen Tanz op. 32 für Trompete und Orchester von Oskar Böhme. Gratulation dem jungen Künstler! Auch das Orchester zeigte sich der Komposition in der nicht von allen geliebten Tonart Es-Moll gewachsen.

Europäische Erstaufführung von Gershwin-Werk

Der Abschluss des Konzerts war Asien, Amerika und Afrika gewidmet: In Glazunows schwebend-hypnotischem «Orientalischem Tanz» op. 52/6 von 1895 glaubte man förmlich die Bauchtänzerin zu erkennen... Der «Mexican Dance» klang nach «Wildem Westen» – und war in anderer Hinsicht speziell: Die Noten gibt es nur in der Library of Congress im Manuskript. Dank einigem Aufwand gelang dem OKN im Jahr 2026 die Europäische Erstaufführung dieses Werks von Komponistenlegende George Gershwin. Zum Schluss erklangen die sehr lebendigen «Three African Dances» der Afroamerikanerin Florence Price – was für ein Spektakel!

Dem Orchester mit Konzertmeisterin Domenica Padovan und Dirigent David Schwarb kann nur gratuliert werden für die hochstehende, konsequente Umsetzung und Ausführung dieses einzigartigen Programms.

Appenzeller Zugabe

Ohne Zugabe liess das Publikum das OKN jedoch nicht gehen: Und natürlich ging es tanzend zurück in die Schweiz, genauer gesagt nach Appenzell – mit einem herzig-lüpfigen «Schötteschli» für Orchester von Albert Nef.

Werner Jakob
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