Die Nati und der Schweden-Fluch
Es ist wie ein immer wiederkehrender Albtraum: 2013 der verlorene Final. 2017 das Viertelfinal-Aus. 2018 der bittere K.o.-Schlag im finalen Penaltyschiessen. Schweden war für die Schweiz lange mehr Schicksal als Gegner. Ein blau-gelber Schatten auf dem Weg zur Hockey-Unsterblichkeit.
Auf einer Mission
Doch nun stehen die Vorzeichen plötzlich auf Rot-Weiss. Heute ab 20.20 Uhr könnte im Viertelfinal in der ausverkauften Swiss Life Arena in Zürich alles anders werden.
Die Schweiz marschierte mit sieben Siegen durch die Vorrunde, spielte abgeklärt, aufsässig und effizient - und verzückt ein ganzes Land. Während Schweden gegen Kanada und Tschechien verlor und sich sogar gegen Norwegen blamierte, wirkte das Team von Jan Cadieux wie eine Mannschaft auf einer Mission.
Lebensversicherung Genoni
Vor allem defensiv überzeugt die Schweiz. Das Boxplay ist das beste des Turniers, Leonardo Genoni bislang die Lebensversicherung auf Kufen. Der 38-Jährige strahlt jene Ruhe aus, die in K.o.-Spielen Gold wert ist.
Geballte Offensivkraft
Vorne wirbelt eine Offensive, die derzeit jede Abwehr aus dem Gleichgewicht kippen kann. Andrighetto, Hischier, Meier, Malgin – vier Schweizer unter den besten Skorern der WM. Schweden dagegen lebt fast ausschliesslich von Lucas Raymond.
Der gefährlichste Gegner im Kopf
Und genau dort liegt auch die Gefahr. Erstmals tritt die Schweiz gegen Schweden als Favorit an. Das Publikum erwartet den Befreiungsschlag, die Spieler kennen die alten Narben.
Doch vielleicht braucht es genau diesen Druck. Vielleicht gewinnt man solche Spiele erst dann, wenn man keine Angst mehr vor der eigenen Geschichte hat. Oder mit anderen Worten: Hopp Schwiiz!