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Kanton
25.05.2026
25.05.2026 19:48 Uhr

Kopftuch-Debatte beschäftigt Bildungspolitik

Die Diskussion über religiöse Symbole an Schulen reisst nicht ab.
Die Diskussion über religiöse Symbole an Schulen reisst nicht ab. Bild: Adobe Stock
An der Pädagogischen Hochschule St. Gallen diskutierten Experten über religiöse Symbole im Schulzimmer. Auslöser ist auch die politische Debatte um das Kopftuch von Lehrpersonen.

Wie die «Linth-Zeitung» berichtet, stand an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen an einer Diskussionsveranstaltung die Frage im Zentrum, ob Lehrpersonen im Unterricht religiöse Symbole wie Kopftuch, Kreuz oder Kippa tragen dürfen. Hintergrund ist die Unterstützung der St. Galler Regierung für eine Motion, die klare Regeln zu religiösen Symbolen an öffentlichen Schulen fordert.

Unterschiedliche Sichtweisen

Rolf Bossart von der PHSG erklärte, Symbole hätten heute wieder an Bedeutung gewonnen. Gerade beim islamischen Kopftuch herrsche jedoch ein «Bedeutungswirrwarr»: Für die einen sei es Ausdruck von Spiritualität, für andere ein politisches oder gesellschaftliches Zeichen.

Auf dem Podium betonten St. Galler Bildungsdirektor Mathias Gabathuler und Schulleiterverbands-Präsident Thomas Minder, dass religiöse Symbole im Schulalltag bisher kaum Probleme verursachten. SVP-Kantonsrat Sascha Schmid forderte dagegen kantonsweit klare Regeln.

Streit um Neutralität

Islamwissenschaftlerin Ann-Katrin Gässlein warnte vor einem faktischen Berufsverbot für muslimische Lehrerinnen. Die persönlichen Gründe für das Tragen eines Kopftuchs würden oft ignoriert. Schmid hielt dagegen, Lehrpersonen müssten ihre Überzeugungen im Unterricht zurücknehmen.

Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich staatliche Neutralität an Schulen ausgelegt wird – zwischen sichtbarer Zurückhaltung und offenem Umgang mit Vielfalt.

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