Wie die «Linth-Zeitung» berichtet, stand an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen an einer Diskussionsveranstaltung die Frage im Zentrum, ob Lehrpersonen im Unterricht religiöse Symbole wie Kopftuch, Kreuz oder Kippa tragen dürfen. Hintergrund ist die Unterstützung der St. Galler Regierung für eine Motion, die klare Regeln zu religiösen Symbolen an öffentlichen Schulen fordert.
Unterschiedliche Sichtweisen
Rolf Bossart von der PHSG erklärte, Symbole hätten heute wieder an Bedeutung gewonnen. Gerade beim islamischen Kopftuch herrsche jedoch ein «Bedeutungswirrwarr»: Für die einen sei es Ausdruck von Spiritualität, für andere ein politisches oder gesellschaftliches Zeichen.
Auf dem Podium betonten St. Galler Bildungsdirektor Mathias Gabathuler und Schulleiterverbands-Präsident Thomas Minder, dass religiöse Symbole im Schulalltag bisher kaum Probleme verursachten. SVP-Kantonsrat Sascha Schmid forderte dagegen kantonsweit klare Regeln.
Streit um Neutralität
Islamwissenschaftlerin Ann-Katrin Gässlein warnte vor einem faktischen Berufsverbot für muslimische Lehrerinnen. Die persönlichen Gründe für das Tragen eines Kopftuchs würden oft ignoriert. Schmid hielt dagegen, Lehrpersonen müssten ihre Überzeugungen im Unterricht zurücknehmen.
Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich staatliche Neutralität an Schulen ausgelegt wird – zwischen sichtbarer Zurückhaltung und offenem Umgang mit Vielfalt.