Erröte! Eine Aufforderung, die auf Knopfdruck nicht funktioniert. Michael Günzburger (*1974, Bern) hinterfragt in neuen Zeichnungsserien, was von der künstlerischen Freiheit und seinem persönlichen Stil bleibt, wenn die Performerin Emily Mast ihm beim Zeichnen Anweisungen gibt. Gemeinsam erkunden sie die Auswirkungen von Befehlen und wie daraus unerwartete Bilder und Bewegungen entstehen.
Nach Jahren, in denen bei Günzburger das Drucken im Fokus stand, kehrt der in Zürich lebende Künstler für seine Einzelausstellung im Kunst(Zeug)Haus intensiv zur Zeichnung zurück und zeigt neue und ältere Arbeiten, die allesamt noch nie öffentlich zu sehen waren.
Michael Günzburger
Die künstlerische Praxis von Michael Günzburger bewegt sich an den Schnittstellen von Druckgrafik, Zeichnung und Performance. In seinen Arbeiten hinterfragt er Kontrollmechanismen, bislang insbesondere im Bereich druckgrafischer Prozesse, und Möglichkeiten der Interdisziplinarität.
Unter diesen Fokuspunkten sind auch die neusten Werke der Ausstellung «Erröte» zu lesen, die in einem gemeinsamen Prozess mit der amerikanischen Künstlerin und Choreographin Emily Mast entstanden.
Günzburger & Mast
Günzburger liess Emily Mast so eng an seinem Schaffen mitwirken wie noch keine Kooperationspartnerinnen oder -partner jemals zuvor. In einem intensiven Prozess erarbeiteten die beiden Kunstschaffenden zuerst so genannte «Scores», Rahmenbedingungen, welche das gemeinsame Arbeiten definierten.
Die Farbe Rot und das Material Papier bildeten die wichtigsten Eckpunkte. Anschliessend erteilten sich die beiden Kunstschaffenden in einem performativen Prozess gezielt Anweisungen, die auf Papier umgesetzt wurden.