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Kultur
22.05.2026
22.05.2026 17:57 Uhr

Michael Günzburger im Kunst(Zeug)Haus

Links: Michael Günzburger, Emily Mast, Part 4030, 2026, Akryl, Tusche und Ölkreide auf Papier, 62.5 x 48 cm. Mitte: Michael Günzburger, Part 4078, 2026, Ölkreide auf Papier, 62.5 x 48 cm. Rechts: Künstler Michael Günzburger.
Links: Michael Günzburger, Emily Mast, Part 4030, 2026, Akryl, Tusche und Ölkreide auf Papier, 62.5 x 48 cm. Mitte: Michael Günzburger, Part 4078, 2026, Ölkreide auf Papier, 62.5 x 48 cm. Rechts: Künstler Michael Günzburger. Bild: zVg/Collage: Linth24
In der Ausstellung «Erröte!» vom 31. Mai bis 2. August 2026 zeigt Michael Günzburger im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona neue und ältere Zeichnungsserien.

Erröte! Eine Aufforderung, die auf Knopfdruck nicht funktioniert. Michael Günzburger (*1974, Bern) hinterfragt in neuen Zeichnungsserien, was von der künstlerischen Freiheit und seinem persönlichen Stil bleibt, wenn die Performerin Emily Mast ihm beim Zeichnen Anweisungen gibt. Gemeinsam erkunden sie die Auswirkungen von Befehlen und wie daraus unerwartete Bilder und Bewegungen entstehen.

Nach Jahren, in denen bei Günzburger das Drucken im Fokus stand, kehrt der in Zürich lebende Künstler für seine Einzelausstellung im Kunst(Zeug)Haus intensiv zur Zeichnung zurück und zeigt neue und ältere Arbeiten, die allesamt noch nie öffentlich zu sehen waren.

Michael Günzburger

Die künstlerische Praxis von Michael Günzburger bewegt sich an den Schnittstellen von Druckgrafik, Zeichnung und Performance. In seinen Arbeiten hinterfragt er Kontrollmechanismen, bislang insbesondere im Bereich druckgrafischer Prozesse, und Möglichkeiten der Interdisziplinarität.

Unter diesen Fokuspunkten sind auch die neusten Werke der Ausstellung «Erröte» zu lesen, die in einem gemeinsamen Prozess mit der amerikanischen Künstlerin und Choreographin Emily Mast entstanden.

Günzburger & Mast

Günzburger liess Emily Mast so eng an seinem Schaffen mitwirken wie noch keine Kooperationspartnerinnen oder -partner jemals zuvor. In einem intensiven Prozess erarbeiteten die beiden Kunstschaffenden zuerst so genannte «Scores», Rahmenbedingungen, welche das gemeinsame Arbeiten definierten.

Die Farbe Rot und das Material Papier bildeten die wichtigsten Eckpunkte. Anschliessend erteilten sich die beiden Kunstschaffenden in einem performativen Prozess gezielt Anweisungen, die auf Papier umgesetzt wurden.

Links: Künstler Michael Günzburger. Rechts: Michael Günzburger, Emily Mast, Part 5116, 2026, Ölkreide auf Papier, 45.5 x 62.5 cm. Bild: Ravi Agarwal/zVg/Collage: Linth24

Das Performative des Entstehungsprozesses wird auch im Zustand der finalen Arbeiten sichtbar: Die Blätter sind zerknittert und verformt. Sie zeugen davon, dass die Zeichnungen teilweise auf Körperteilen oder am Boden entstanden.

Günzburger hatte auch in den vergangenen Jahren immer wieder Momente des Flows und des nicht Darstellbaren gesucht. Im Prozess mit einer Performerin lotete er diese Grenze erneut aus.

Herausforderungen auf mehreren Ebenen

Die künstlerische Kooperation untersucht Prozesse des Verhandelns, Zusammenspielens, Rücksichtnehmens und Grenzen-Setzens.

Für Günzburger ging es darum, von einer für ihn gewohnten Blattgestaltung für einmal abzuweichen und etwas dazuzunehmen, das in einem ersten Schritt auch stört und den gewohnten Prozess behindert.

Auf ungewohnten Papieren mit rot zu arbeiten und dabei Anweisungen einer Performerin zu befolgen, dies forderte das Schaffen auf mehreren Ebenen heraus.

Am Ende der Zusammenarbeit lagen unzählige Blätter mit spontanem Gestus vor. Zwei Rottöne dominieren auf unterschiedlichsten Papieren in diversen Farben, Stärken und Grössen.

Für die Ausstellung wählt Günzburger in einem längeren Prozess sorgfältig aus, welche Blätter er zeigt. Der spontane Gestus des Entstehungsprozesses wird zudem auch über die Blätter hinaus in der Ausstellung zu spüren sein – in überdimensionalen Zeichnungen direkt auf der Wand.

Links: Michael Günzburger, Part 5308, 2026, Tusche, Akryl und Vinyl auf Papier, 34.7 x 23.5 cm. Rechts: Michael Günzburger, Part 5026, 2026, Tusche auf Papier, 47.5 x 31.5 cm. Bild: zVg/Collage: Linth24

Rahmenveranstaltung mit dem Künstler

Beim Ausstellungsrundgang «Walk & Talk» am 13. Juni 2026 um 11:30 Uhr erleben Sie den Künstler im Gespräch mit Céline Gaillard und Simone Kobler. Das gesamte Rahmenprogramm zur Ausstellung ist auf der Karte zur Ausstellung oder online zu finden unter www.kunstzeughaus.ch.

Michael Günzburger: «Erröte!»
31. Mai bis 2. August 2026.

Zeitgleich wird eröffnet:
«A Phantom with Limbs of Steel»
von Kim Anni Bassen, Kurator*in-Stipendiatin der
Gebert Stiftung für Kultur*

31. Mai bis 2. August 2026. In Kooperation mit der Alten Fabrik.

Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona/Linth24
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