Um 15.55 Uhr am Sonntagnachmittag ist alles klar - endlich. Der FC Thun ist zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte Schweizer Meister – und das als Aufsteiger. Weil der FC St. Gallen zuhause gegen Sion überraschend 0:3 verliert, steht der Titel bereits drei Runden vor Schluss fest.
Fliegende Bierbecher, tränende Augen
Im Heimstadion verfolgen Tausende Fans die Partie beim Public Viewing. Als der Schlusspfiff ertönt, brechen alle Dämme: Bierbecher fliegen, Fans liegen sich in den Armen, Tränen fliessen. Noch vor einem Jahr spielte Thun in der Challenge League – jetzt steht der Klub ganz oben.
Ein Kunststück wie zuletzt 1952
Direkt nach dem Aufstieg Meister zu werden, gelang in der Schweiz zuvor nur GC im Jahr 1952. Nun schafft auch Thun dieses historische Kunststück.
Kleines Budget, grosse Leistung
Der Titel ist die Belohnung für eine aussergewöhnliche Saison – ohne grosses Budget, aber mit viel Mut, Zusammenhalt und einer Mannschaft, die über sich hinauswuchs.
St. Gallen scheitert an Sion
Um den letzten Schritt zu vollziehen, brauchte es ein kleines bisschen Hilfe aus dem Wallis. Sion liess in St. Gallen zwar viele Chancen zu. Unter anderem traf der FCSG vor der Pause gleich dreimal das Aluminium. Doch kurz vor der Halbzeit brachte Kololli die Gäste in Führung.
Nach dem Seitenwechsel machte Chouaref mit dem 2:0 alles klar, Berdayes traf zum 3:0-Endstand. So gab es - neben Sion - vor allem einen grossen Sieger: die Mannschaft des FC Thun, die in einer Loge in der Stockhorn-Arena die Walliser Tore bejubelte.
Basel, Zürich und Bern düpiert
Der Thuner Titelgewinn komplettiert eine herausragende Leistung des Aussenseiters: Er ist eines der grössten Fussballmärchen der Schweizer Geschichte. Und er führt den Grossklubs aus Basel, Zürich und Bern vor Augen, was mit einer seriösen Klubpolitik, einer konsequenten Strategie und einem grandiosen Kämpferherz alles möglich ist.