Bei der 50. Verleihung des Prix Walo wurde das Kongresshaus zur schillernden Bühne der Schweizer Showbranche. Ein Klassentreffen, das es in sich hatte, oder wie es Schlagerstar Marianne Cathomen begeistert auf den Punkt brachte: «Show, Glam und tolle Künstler. Die Szene hat zum 50-Jahr-Jubiläum so richtig gerockt!».
Prix Walo sorgt für Jubel und rote Köpfe
Zur grossen Gala traf sich alles, was Rang und Namen hat – von Musik über Film bis Fernsehen. Die von Rolf Knie entworfene Trophäe gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen des Landes und ehrt Kulturschaffende, die im vergangenen Jahr besonders herausragten.
Preise in neun Kategorien
Nominiert von einer Fachjury und gewählt von einem rund 100-köpfigen Gremium, wurden die Preise in neun Kategorien vergeben – live übertragen als grosse Samstagabendkiste von SRF sowie privaten Sendern wie Star TV oder Auftanken TV.
Charmant und souverän durch die Show führten Prix Walo-Chefin Monika Kaelin, Nicole Berchtold und Salar Bahrampoori.
Zu den grossen Gewinnern des Abends gehörte die Band Hecht, die sich als beste Pop/Rock-Band feiern lassen durfte. Ebenso bewies auch Stephan Eicher einmal mehr seine Ausnahmestellung. Er wurde im Bereich Pop/Rock Gesang ausgezeichnet, während Linda Fäh den Schlagerpreis gewann. Für frischen Wind sorgte Newcomerin Zoë Më, die als grosser Shootingstar des Jahres gilt.
Auch das Secondhand Orchestra überzeugte im Bereich Kabarett/Comedy. In weiteren Kategorien wurden die Bühnenproduktion «Dinner for WAM», der Film Heldin sowie der Eurovision Song Contest als TV-Produktion geehrt. Schauspieler Marcus Signer wurde ebenfalls ausgezeichnet.
Emotionale Ehrung von Burger
Für den emotionalsten Moment des Abends sorgte jedoch die Ehrung von Freddy Burger. Der legendäre Konzertmanager, Unternehmer und Strippenzieher im Hintergrund erhielt für ihn selber «völlig überraschend» den Ehren-Prix-Walo. Total emotionalisiert und tief gerührt nahm der Achzigjährige die Auszeichnung entgegen.
Burger hat die Schweizer Unterhaltungsszene über Jahrzehnte wie kein anderer geprägt, arbeitete mit Grössen wie Udo Jürgens und Pepe Lienhard und machte internationale Produktionen möglich. Sein Erfolgsgeheimnis umschrieb er in seiner Dankesrede schlicht: «Alles Entscheidungen im Einklang von Kopf, Herz und Bauch».
Auch das Publikum hatte eine klare Meinung: Zum Publikumsliebling 2025 wurde Nik Hartmann per Telefonvoting gewählt. Der Moderator, der neu in der Sendung «Happy Day» ein Millionenpublikum berührt, durfte sich über seine erste grosse Auszeichnung freuen und zeigte sich entsprechend bewegt
Die falsche Verstorbene
Doch mitten im Glamour unterlief den Veranstaltern ein folgenschwerer Fehler, der für Gesprächsstoff sorgt: In der traditionellen Ehrung verstorbener Showlegenden wurde Margrit Läubli fälschlicherweise als verstorben aufgeführt – obwohl sie putzmunter neulich ihren 98. Geburtstag feiern konnte. Darüber regt sich Sohn und Kabarettist Lorenz Keiser auf Instagram auf: «Meine Mama lebt!»
Offenbar war die fehlerhafte Einblendung im Vorfeld bei SRF niemandem aufgefallen. Gerade weil die Gala live im Fernsehen übertragen wurde, wirkte die Panne besonders brisant und sorgte für irritierte Reaktionen im Saal wie auch vor den Bildschirmen. Für SRF ist dieser Fauxpas ein Dämpfer, ja gar Imageschaden an einem sonst glanzvoll inszenierten Jubiläumsabend. Am Ende bleibt ein Abend voller Emotionen, grosser Sieger und eindrücklicher Momente – doch neben all dem Glanz wird auch diese peinliche TV-Panne vielen in Erinnerung bleiben.